Es nähert sich der Jahrestag der Hochwasserkatastrophe 2002. Die Zeit heilt Wunden, heißt es, doch der Boden speichert viele Informationen. Deshalb taucht zur Erntezeit in diesem Jahr häufig die Frage auf: Können Obst und Gemüse aus überfluteten Gärten unbedenklich gegessen werden?
Ablagerungen in überspülten Gärten entlang der Zwickauer und der Freiberger Mulde wie auch der Zschopau können Schwermetalle und auch Arsen enthalten. Wenn die Ablagerungsschicht 5 cm nicht überschritten hat, ist durch Umgraben bereits ein deutlicher Verdünnungseffekt zu erreichen. Bei einer Höhe von mehr als 5 cm der abgelagerten Schichten sind Untersuchungen sowohl der Sedimente wie auch des darunter liegenden Bodens nötig, um Aussagen über die Genusstauglichkeit der Ernte treffen zu können. Adressen mit geeigneten Laboren halten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen bereit.
Die Böden speichern die Schadstoffe jedoch extrem lange. Daran ändern auch Auswaschungen kaum etwas. Etliche dieser Stoffe sind bereits in kleinen Mengen hochgiftig.
Über die Pflanzenwurzel können sie von der Pflanze aufgenommen und eingelagert werden. Doch Aufnahme und Einlagerung sind von etlichen Faktoren abhängig.
Generell lässt sich sagen, dass in den generativen (geschlechtlichen) Pflanzenteilen geringere Mengen eingelagert werden. Früchte und Blüten sind daher weniger belastet. Bei Obstarten und Bohnen, Erbsen, Gurken, Paprika und Tomaten sind keine oder nur geringe Rückstände zu erwarten. Anders verhält es sich mit den vegetativen (ungeschlechtlichen) Teilen der Pflanze. In ihnen wurde eine vermehrte Schadstoffeinlagerung festgestellt. Das betrifft besonders Salat, Spinat und Küchenkräuter, aber auch Wurzelgemüse wie Möhren und Porree. Auch die Kohlgemüse sollten aus diesen Gärten nur selten verzehrt werden.
Simone Seiboth, Agrarexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt, die Aufnahme von Produkten aus betroffenen Gärten auf 30% vom täglichen Lebensmittelverbrauch zu beschränken. Eine gründliche Reinigung von anhaftendem Sand ist dafür eine wichtige Voraussetzung.
Die Ernähungsberaterinnen der Verbraucherzentrale Sachsen bieten allen betroffenen Verbrauchern eine Übersicht zu Ernteprodukten an, die Schwermetalle nur vermindert aufnehmen. Ebenso können Hinweise zu Ernteprodukten mit erhöhter Einlagerungswahrscheinlichkeit gegeben werden.
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