Unter dem Motto „Getreide aufs Korn genommen“ fällt am 15.09.2003 in den Dresdener Mühlen der Startschuss zur Sächsischen Ernährungswoche. Besonderes Augenmerk legen die Verbraucherschützer an ihrem Stand auf die Kennzeichnung von Getreideprodukten, „denn in den Feinheiten liegt der große Unterschied“, so Uta Viertel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. So muss das Mehl in Vollkornkeksen zu mindestens 90% aus dem ganzen ungeschälten Korn gemahlen worden sein, während „Kekse mit Vollkorn“ lediglich einen geringen Prozentsatz am vollen Korn enthalten können. Die Zutatenliste verrät in diesem Fall, wie hoch der Anteil im jeweiligen Produkt ist.
„Öko-Test Gut“, so werben manche Cornflakesanbieter mit dem entsprechenden Test dieses Magazins. Wer nachliest erfährt, dass die Tester lediglich Rückstände und Zusätze unter die Lupe genommen haben sowie die Umweltfreundlichkeit der Verpackungen. Ob die hochverarbeiteten Fertigprodukte tatsächlich für eine ausgewogene Ernährung geeignet sind, wurde im Test nicht geprüft. „Daher sollte bei jedem Einkauf auf der Zutatenliste nachgelesen werden, ob wirklich das drin ist, was man von dem Produkt erwartet“, rät Uta Viertel.
Schwierig erweist sich dies bei loser Ware, wie sie beispielsweise in Bäckereien erhältlich ist. Eine Marktbegehung der sächsischen Verbraucherschützer lässt den Schluss zu, dass das Personal häufig nicht ausreichend über die Inhaltsstoffe Auskunft geben kann. Daher fordert die Verbraucherzentrale eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht auch für lose verkaufte Ware.
Im Rahmen der Sächsischen Ernährungswoche bietet die Verbraucherzentrale Sachsen interaktive Ausstellungen, Unterrichtseinheiten für Schulklassen, Vorträge für Erwachsene und an ihrem Infomobil einen Wissenstest zur Lebensmittelkennzeichnung an. Die Orte und Termine können auf der Internetseite www.vzs.de unter dem Button Veranstaltungen nachgelesen werden. Einzelberatungen führen die Ernährungsberaterinnen nach Terminabsprache für 2,50 € durch.
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