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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

01.03.2001
Antiquierte Preisbindung sorgt für hohe Gaskosten
Sachsens Verbraucherschützer für mehr Wettbewerb auch in dieser Branche

Der Verbraucher versteht die Welt nicht mehr. Stiegen die Erdgaspreise schon im vergangenen Jahr um 20 bis 30 Prozent, geht es damit auch im neuen Jahr weiter. Und das, obwohl in den letzten Wochen der Heizölpreis um rund ein Drittel gesunken ist. Das ist vielen Ratsuchenden vor allem deshalb unverständlich, weil es heißt, der Gaspreis orientiere sich am Ölpreis.
"Prinzipiell stimmt das", sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, "die Gaspreise sind an den Preis des leichten Heizöls gebunden. Die Ursache für den Widerspruch liegt aber in dem Berechnungsverfahren, das für Verbraucher ziemlich undurchsichtig ist." So wird jeweils am Quartalsende der Durchschnittspreis für leichtes Heizöl im zurückliegenden halben Jahr ermittelt. Die sich daraus ergebende Veränderung gegenüber dem Halbjahr zuvor bestimmt, ob der Gaspreis steigt oder sinkt. Dafür gibt es keine festen Regeln, so dass Preisveränderung und Zeitpunkt für dessen Einführung im Ermessen des Gasversorgers liegen.
Die derzeit gültigen Gaspreise spiegeln also nicht den aktuellen Stand der Heizölpreise und deren Veränderungen wider, sondern zeigen zeitversetzt die Preisentwicklungen für Öl im letzten halben Jahr. Und da gab es Zeiten, in denen der Ölpreis stark gestiegen war.

"Es ist nun längst an der Zeit", so der Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, "diese Preisbindung, die aus den sechziger Jahren stammt, aufzugeben." Damals wollte man bei der Erschließung und Verteilung des Erdgases die durch hohe Investitionen anfallenden Kosten ausgleichen, indem die Gaspreise an die Heizölpreise konkurrierender Firmen gebunden wurden. "Die bevorstehende Liberalisierung des Gasmarktes sollte genügend Raum für den Wettbewerb bieten", meint Roland Pause, "und so für eine Aufhebung der Preisbindung sorgen."
Da es im Moment noch nicht so weit ist und die betroffenen Gaskunden die hohen Preise zahlen müssen, geben die Verbraucherschützer ein paar Tipps, um Kosten zu sparen:

- Wer mit Gas heizt, sollte die Zimmertemperaturen kritisch überprüfen. So spart die Senkung der Raumtemperatur von 24 Grad auf 22 Grad Celsius im Durchschnitt 12 Prozent Energie ein. Eine Nachtabsenkung der Temperatur kann zusätzlich Einsparungen bringen.

- Wer auch Strom sparen will, sollte beispielsweise über den Einsatz von Energiesparlampen nachdenken, die Waschmaschine nicht mit halber Füllung laufen lassen oder die Kühlschranktemperatur überprüfen. Hier genügen oft schon 6 Grad anstelle 4 Grad Celsius für die Aufbewahrung vieler Lebensmittel.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15210A.html