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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

24.07.2001
Einträgliche „Euro-Wahl“
Sachsens Verbraucherschützer warnen vor Abzockern

„Sind Sie für Rundfunkgebühren und gesetzliche Zwangsabgaben auf Computer?“, „Sind Sie für eine Beteiligung der PDS an einer Regierung in der deutschen Hauptstadt Berlin?“ – Mit derartigen reklamehaft aufgemachten Faxumfragen werden seit kurzem wieder Verbraucher, Stadtverwaltungen oder auch Gewerbetreibende konfrontiert. Es sind, das räumen Sachsens Verbraucherschützer ein, mit Sicherheit Themen, die einen Großteil der Angesprochenen bewegen. „Und gerade das scheint im Rahmen einer so genannten Euro-Wahl das Ziel derartiger Offerten zu sein!“, so die Rechtsexpertin der Verbraucher-Zentrale Sachsen, Bettina Dittrich. Hintergrund ist nämlich, auf den so genannten Wahlzetteln durch JA oder NEIN seine Meinung zu bekunden und diese Meinungsäußerung an die kostenpflichtige 0190-er Nummer 0190-8347-016 zurückzufaxen. Das Original-Fax von IRC enthält diverse Flächen, die mit einem Punktmuster gerastert sind. Derartiges ist absolutes Gift für Faxe, so dass die Übertragung des Antwortfaxes an IRC etwa doppelt so lange dauert wie die Übertragung einer normalen Seite. Dass hierfür 3,63 DM pro Minute fällig werden, ist zwar im Kleingedruckten – und das im wahrsten Sinne des Wortes – zu lesen. Aber wer achtet schon auf die Preisangabe, wenn die Initiatoren der so genannten Euro-Wahl versprechen, dass die Entscheidung, die man trifft, beispielsweise dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler, dem CDU- und dem CSU-Generalsekretär, dem SPD-Generalsekretär etc., etc. präsentiert wird. Es ist kaum anzunehmen, dass die geschäftstüchtigen Mieter der 0190-er Nummer Gelegenheit haben, die Umfrageergebnisse wie versprochen zu präsentieren, vermutlich wollen sie das auch gar nicht, sondern nur verdienen. Keinesfalls handelt es sich um eine seriöse Umfrage. Seriöse Meinungsforschungsinstitute bleiben zum einen nicht anonym und betreiben Meinungsforschung nicht mit Abzockermethoden.

Wer Fragen und Probleme im Zusammenhang mit dubiosen Angeboten hat, kann sich gern an eine der 16 sächsischen Beratungsstellen wenden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15249A.html