Die Firma IBC Telecom aus Hamburg (International Billing Collection) belästigt offenbar bundesweit Verbraucher mit Rechnungen für Sex-Telefonate. Im Unterschied zur hinlänglich bekannten Masche der Abzocke unter einer 0190er Nummer für Sex-Telefonate wirbt IBC in der Tagespresse mit einer "normalen" Hamburger Ortstelefonnummer. Ruft man dort nur aus Neugier an, flattert häufig einige Tage später eine Rechnung über rund 60 Euro über ein so genanntes "Sex-Abo" ins Haus. Beim kurzen Anruf wird entweder über den Anschluss die Anschrift ermittelt, teilweise werden Name und Adresse des Anschlussinhabers erfragt, manchmal erfolgt auch ein späterer Rückruf.
Verbraucher berichten, dass sie die Nummer zwar angewählt hatten, keinesfalls aber ein Abo bestellen wollten, teilweise wird berichtet, dass ihre minderjährigen Kinder die Nummer angewählt hätten.
Sachsens Verbraucherschützer raten, nicht zu bezahlen, da in den genannten Fällen kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Selbst wenn sich das Inkassounternehmen Persolvo meldet, sollte man sich nicht einschüchtern lassen. Es handelt sich hierbei um ein von IBC beauftragtes Unternehmen, welches weder einen Gerichtsvollzieher beauftragen noch Lohn pfänden kann, wie teilweise behauptet wird. Lediglich wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird, muss man reagieren, nämlich binnen 2 Wochen Widerspruch einlegen.
Geschädigte Verbraucher können sich zu diesen und ähnlichen Rechtsfragen an eine der 14 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen wenden oder montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr das Beratungstelefon unter der Nummer 0190 79 777 1 (1,24 €/Min.) anrufen.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
