Der Olivenbaum wird schon seit Jahrtausenden in den Mittelmeerländern kultiviert. Er ist das Symbol für Kenntnis, Weisheit, Überfluss, Frieden, Gesundheit, Kraft und Schönheit und wird deshalb oft auch als heiliges Öl bezeichnet.
Das Öl der Frucht ist zudem, da reich an einfach ungesättigten Fettsäuren, wesentlich gesünder und bekömmlicher als so manch anderes Fett. Besonders an warmen Tagen ist ein leckerer Salat mit Olivenöl oft die bessere Alternative zum fetten Schweinebraten. Die heute für die Olivenölherstellung bedeutendsten Länder sind Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Doch Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Es kommt auf dessen Herkunft, Zeit und Art der Gewinnung und auf die Olivensorte an. Die Qualitätsmerkmale orientieren sich am Anteil freier Fettsäuren und der Art und Weise der Verarbeitung. Je niedriger der Anteil dieser Fettsäuren und schonender die Ölpressung erfolgt, desto höher ist die Qualität. Auf den Etiketten finden wir dann folgende handelsüblichen Kategorien:
- Olivenöl nativ extra schonende kalte Pressung maximal 1 % freie Fettsäuren
- Olivenöl nativ, d. h. stärkere kalte Pressung und dadurch bedingt höhere Wärme bei der Pressung maximal 2 % freie Fettsäure
- Gewöhnliches natives Olivenöl, maximal 3,3 % freie Fettsäure (kalte Pressung)
- Raffiniertes Olivenöl, maximal 0,5 % freie Fettsäure, minderwertiges natives Olivenöl, das mit chemischen Lösungsmitteln extrahiert und anschließend raffiniert (gereinigt) worden ist, ohne typischen Olivenölgeschmack, ohne schonende Pressung
- Olivenöl, maximal 1,5 % freie Fettsäure, raffiniertes Olivenöl ist mit nativem Olivenöl verschnitten, um Olivenölgeschmack wieder beizumischen
Natürlich gibt es auch Olivenöl aus kontrolliert ökologischem Anbau. Dieses Öl wird nur in der ersten Güteklasse, also „nativ extra“ angeboten. Zusätzlich sollte bei diesen Ölen auf die Angabe der Öko-Kontrollstellennummer oder auf deren Namen auf dem Etikett geachtet werden, z.B. DE 021 Öko-Kontrollstelle bzw. Grünstempel e. V.
Die Farbe des Olivenöls variiert von Hellgelb bis Dunkelgrün, der Duft von zart bis intensiv, der Geschmack von kräftig bis mild, süßlich oder bitter, fruchtig oder nussig. Gourmet-Gaumen wollen sogar Aromen von Äpfeln, Zitronen oder Gras herausschmecken.
Die Aufbewahrung des Öles erfolgte früher in tönernen Amphoren. Darin konnte bei nahezu konstanten Temperaturen und licht- und sauerstoffgeschützt die Qualität des Öles gehalten werden. Somit ist Ton oder Steingut auch heute noch das geeignetes Aufbewahrungsgefäß für Olivenöl. Aber auch dunkles Glas und eine konstante Zimmertemperatur von 16-18 °C, erhalten die Qualität. Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist übrigens auch möglich. Zwar wird das Öl aufgrund der niedrigen Temperaturen trüb und dickflüssig. Dieser Zustand geht jedoch bei Zimmertemperaturen wieder verloren. Die Qualität wird dabei nicht beeinträchtigt.
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