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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

14.10.2002
Atomstromfilter: Scherz, Schwindel oder Betrug?
Sachsens Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Angeboten

Jeder kennt sie, jeder versucht, sie zu meiden und trotzdem tauchen sie immer wieder auf dem Markt auf, die dubiosen Angebote:
Das Zubehör für die Benzinleitung im Pkw, wodurch die Moleküle geordnet in den Vergaser gelangen sollen und höhere Leistung oder einen geringeren Benzinverbrauch versprechen. Das Kästchen an der Wand, durch welches geheimnisvolle Funkwellen Wände trocknen sollen oder der Farbanstrich, der mit einem Mittel versehen, flugs eine Solarzelle ergeben soll. Eins ist allen gemeinsam: sie kosten viel und sind ihr Geld nicht Wert.
Nun schwirrt im Internet eine neue „innovative“ Entwicklung herum, die wahre Wunder verspricht. Ein Gerät, welches zwischen Steckdose und elektrisches Gerät geschaltet wird und man höre und staune, Strom aus Atomkraftwerken sperren und wieder an den Stromerzeuger zurückschicken soll: der Atomstromfilter. Wahrlich eine große Errungenschaft, denn nun kann der ökologisch interessierte Stromabnehmer immer sicher sein, nur „guten“ Strom zu beziehen. Für den „sensationellen“ Preis von 949 € erhält man nicht nur den Atomstromfilter, sondern zusätzlich verschiedene Werbesticker und die Broschüre „Mein Leben ohne Atomstrom“.
"Wenn dem nur so wäre", sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. "Weiß doch jeder schon aus dem Physikunterricht in der Schule, dass man dem Strom nicht ansehen kann, aus welcher Quelle er kommt. Strom hat auch keine Farbe, man kann ihn eigentlich nur fühlen, wenn man ihm zu nahe kommt."
Im Internet war leider nicht zu erkennen, welcher Hersteller oder welches Unternehmen hinter diesem Aufsehen erregenden Angebot steht. So bleibt nur der "sensationelle" Preis.
Wessen Geist der Anbieter ist, zeigen weitere in Aussicht gestellte neue Geräte:
Ein tragbarer Gen-Food-Detector, der aller Wahrscheinlichkeit nach genetisch veränderte Lebensmittel anzeigt. Oder der BSE-Warner, mit dem man feststellen kann, ob Rindfleisch BSE-verseucht ist.

Ob Scherz, Schwindel oder Betrug, dem Verbraucher, der keinen Atomstrom beziehen möchte, bleibt jetzt nur die Möglichkeit, sich einen Stromanbieter auszusuchen, der über seine Stromerzeugungsquellen klare Aussagen trifft.

Wer sich über Stromanbieter informieren möchte, findet in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen Rat. Dazu bieten die sächsischen Verbraucherschützer sowohl in den 13 Beratungsstellen als auch im Faxabruf unter der Nummer 0190 5553110 170 (0,62 €/Min.) einen aktualisierten Stromanbietervergleich an, der 29 Preismodelle von 13 sächsischen und bundesweiten Anbietern enthält.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15436A.html