In dieser Jahreszeit wünscht sich jeder eine warme Stube. So auch die von den Überschwemmungen betroffenen Verbraucher, deren Heizung kaputt gegangen ist. Gerade sie, die schon genügend Probleme haben, sind jetzt Zielgruppe von Anbietern von Heizungen, die keine Brennstoffe benötigen und ohne Schornstein auskommen. So werden die Vorteile einer "Heizung aus der Steckdose" angepriesen. Heizlüfter, Infrarotstrahler, elektrische Radiatoren und Konvektoren gehören dazu. Nach Anschluss an die Steckdose geben sie die Wärme direkt an den Raum ab. Sie werden deshalb auch als Direktheizgeräte bezeichnet. Ihre elektrische Leistung liegt gewöhnlich nur bei 1,5 bis max. 2 kW, denn bei höheren Leistungen müsste eine Genehmigung vom Energieversorgungsunternehmen vorliegen.
"Diese Direktheizgeräte sollten nicht als Hauptheizung eingesetzt werden", so Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen (VZS), "weil sie zum einen in ihrer Leistung nicht ausreichend sind, zum anderen die Betriebskosten ca. 2 – 3 mal so teuer wie bei Öl- oder Gasheizungen sind. Das versuchen manche Anbieter allerdings schönzurechnen. Hierbei sollte jeder Verbraucher gesunde Skepsis an den Tag legen."
Hat man dennoch gekauft, und die Heizleistung reicht schließlich nicht aus, ist ein Zurück vom Kaufvertrag nur selten möglich. Sachsens Verbraucherschützer empfehlen jedoch, unbedingt Rechtsrat einzuholen.
Elektrodirektheizgeräte, zu denen auch Ölradiatoren gehören (die man schon für unter 50 € erhält), sollten nur als Übergangslösung dienen, wenn die sonst übliche Heizung ausgefallen ist. Solche Geräte sollte man nicht mit so genannten Nachtspeicherheizgeräten verwechseln, die nachts eine bestimmte Wärmemenge aufnehmen und sie tagsüber wieder abgeben. Die Leistungen solcher Geräte sind wesentlich höher. Sie sind durch das Energieversorgungsunternehmen genehmigungspflichtig und dürfen nur von einer Installationsfirma fest angeschlossen werden. Für diese Heizungen gibt es einen besonderen Nachtstromtarif, und die Betriebskosten liegen bei nur ca. einem Drittel der mit Tagstrom betriebenen Geräte.
Heizen mit Strom ist vor allem auch aus ökologischen Gründen nicht zu empfehlen. Wenn man den Gesamtwirkungsgrad betrachtet, liegt er weit unter dem einer modernen Öl- oder Gasheizung.
Die Verbraucherzentrale Sachsen rät deshalb, vor dem Kauf von Heizungsanlagen den Fachmann zu konsultieren, z.B. die Energieberater der Verbraucherzentralen.
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