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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

12.11.2002
Zeigen Sie die rote Karte!
Sachsens Verbraucherschützer starten Kampagne gegen unzureichende Lebensmittelkennzeichnung

Um auf die Mängel der gegenwärtigen Lebensmittelkennzeichnung hinzuweisen, hat die Verbraucherzentrale Sachsen die Kampagne „Rote Karte“ gestartet, die auch von anderen Verbraucherzentralen durchgeführt wird. In jeder der 13 Beratungseinrichtungen können die Verbraucher ab sofort mit ihrer Unterschrift und der Angabe ihrer Adresse auf einer roten Karte zum Ausdruck bringen, dass sie die derzeitige Lebensmittelkennzeichnung für nicht ausreichend halten. Die Verbraucherzentrale Sachsen wird die Bekenntnisse der Verbraucher an die verantwortlichen Politiker weiterleiten. Die Aktion dauert zunächst bis zum Frühjahr 2003.
Hintergrund dieser Aktion ist die Forderung aller Verbraucherzentralen nach einer grundlegenden Neuausrichtung der Lebensmittelkennzeichnung. „Es muss jedem Verbraucher zumindest die Möglichkeit gegeben werden, auf schnellem und einfachem Wege vor dem Kauf erkennen zu können, wo das Lebensmittel hergestellt wurde und ob allergieauslösende Zutaten enthalten sind“, so die Lebensmittelrechtsexpertin Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen e. V. Zugleich müsse darauf geachtet werden, dass die Informationen dem Verbraucher auch verständlich dargestellt werden und dieser nicht mit unnötigem Fachchinesisch zugeschüttet wird. Kurz aber wahrhaftig und verständlich, lautet die Forderung. Zur Vermittlung von detaillierten Informationen bieten sich beispielsweise die Einrichtung von Scannersystemen oder Info-Ordern in der Verkaufsstelle an oder auch kostenfreie Firmenhotlines. Zur Zeit ist das Herankommen an zusätzliche Informationen für den Verbraucher eher ein Gedulds- und Detektivspiel, was kürzlich ein nicht repräsentativer Markt-Test der Verbraucherzentralen bestätigte. Bei den über 200 untersuchten Produktetiketten war nur bei jedem fünften eine Telefonnummer angegeben. Beim Rest war Detektivarbeit angesagt, um an einen sachkundigen Ansprechpartner zu gelangen.

Weitere Defizite sehen Sachsens Verbraucherschützer beispielsweise in der Kennzeichnung loser Ware, bei Hinweisen auf Genprodukte und bei der konkreten Nennung der Haltungsbedingungen von Nutztieren.

Mit diesen Forderungen verfolgen die Verbraucherschützer die Durchsetzung des Verbraucherwunsches, sich bewusst vor dem Kauf ihrer Lebensmittel über deren Zusammensetzung und Eigenschaften informieren zu können und somit bewusst IHRE Kaufentscheidung treffen und gleichberechtigte Partner am Markt sein zu können.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15462A.html