Anlässe dieser von der Verbraucherzentrale Sachsen gezogenen Stichproben sind der seit Jahren zunehmende Verzehr an Geflügelfleisch und die Forderungen und Wünsche vieler Verbraucher nach einer artgerechteren Haltung des Geflügels. Sachsens Verbraucherschützer wollten vor Weihnachten wissen, wie umfangreich das Angebot an Huhn und Pute aus alternativen Haltungsformen im Freistaat ist.
Von insgesamt 75 ausgewählten Handelseinrichtungen in Leipzig, Chemnitz, Dresden, Riesa und Hoyerswerda, die Geflügelfleisch anboten, verkauften nur 8 (10,66 %) Hähnchen oder Pute aus alternativen Haltungseinrichtungen. Darunter befanden sich 7 Bioläden, die ausschließlich Biohuhn oder Biopute anboten. Ein Verkäufer aus Wolfersdorf offerierte auf dem Chemnitzer Bauernmarkt frisches Huhn aus extensiver Bodenhaltung. In zwei Bioläden, einer Metzgerei und bei einem Direktvermarkter war kein frisches alternatives Huhn- und Putenfleisch im Angebot. Es bestand hier aber die Möglichkeit, solches Geflügel zu bestellen.
Neben den Bezeichnungen des Fleisches mit „Bio“ oder „Öko“ geben noch vier weitere Formulierungen dem interessierten Käufer Sicherheit, dass die Tiere auch tatsächlich in alternativen Haltungseinrichtungen aufgezogen wurden:
- „extensive Bodenhaltung“ (25 kg Tier/ m²; Mastdauer 56 Tage/Huhn; 70 Tage/Pute)
- „Auslaufhaltung“ (zusätzlich begrünte Freiluft-Ausläufe mit 1 m² /Huhn; 4 m²/Pute)
- „Bäuerliche Auslaufhaltung“ (mehr Auslauffläche/Mastdauer 81Tage/Huhn;140 Tage/Pute)
- „Bäuerliche Freilandhaltung“ (unbegrenzte Auslauffläche).
Nur mit diesen Kennzeichnungen kann der Verbraucher eine Geflügelhaltung erwarten, die über die konventionelle Massentierhaltung weit hinaus geht. Anne-Katrin Wiesemann, Lebensmittelrechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen fordert dazu auf, in den Geschäften konkret nach solchen Produkten zu fragen. Damit kann jeder dazu beitragen, das Angebot an Huhn und Pute aus alternativer Haltung zu verstärken. In einer Postkartenaktion der Verbraucherzentrale Sachsen kann er auch zum Ausdruck bringen, dass er gerne „glückliches Geflügel“ kaufen möchte. Die Postkarten sind ab sofort in jeder der 13 Beratungseinrichtungen erhältlich. Sie werden anschließend von der Verbraucherzentrale Sachsen gesammelt und an die Anbieter weitergeleitet.
Zur Zeit können Sachsens Verbraucherschützer denen, die gerade vor Weihnachten Huhn und Pute aus alternativer Haltung kaufen wollen, nur raten, in Biofachgeschäften nachzufragen. Das Geflügel aus alternativer Haltung ist natürlich nicht so kostengünstig zu haben wie das der konventionellen Geflügelherstellung. „Das Fleisch ist zwar teuer, aber es enthält weniger Wasser, ist nährstoffreicher, schmackhafter und zu den Festtagen schon eine Versuchung wert“, meint Anne-Katrin Wiesemann.
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