Der Ärger um die neuen Bahntarife ist nicht gering. Insbesondere Verbraucher, die ihre Reise aus beruflichen oder privaten Gründen nicht langfristig planen können, werden finanziell benachteiligt. Doch auch denjenigen, der seine Fahrkarte frühzeitig gekauft hat, kann es noch böse erwischen. Muss der Reisewunsch ganz plötzlich geändert oder gestrichen werden, kostet das ebenfalls eine Menge Geld. In diesem Zusammenhang verweist die Deutsche Bahn auf ein neues Versicherungsangebot, die DB-Plan&Spar-Ticket-Versicherung. Der Versicherer ist die Europäische Reiseversicherung. Sachsens Verbraucherschützer können keinen großen Nutzen in diesem Angebot erkennen.
Der Versicherungsschutz kostet für ein Jahr pro Person 29 € und ist damit nicht billig. Dazu kommt noch ein Selbstbehalt in Höhe von mindestens 30 € je Versicherungsfall, den der Verbraucher tragen muss. Für einmalige Reisen mit Preisen unter 60 € lohnt sich das Angebot ebenso wenig wie für häufigere Reisen, bei denen der Preis unter 30 € liegt. Für weite Reisen ist mit dem Versicherungsschutz allerdings an Deutschlands Grenzen Schluss, da die Versicherung nur für Bahnreisen in Deutschland gewährt wird. Wer nun seinen für den Abend vorgesehenen Reiseantritt von München nach Hamburg am gleichen Morgen absagen muss, braucht noch triftige Gründe, wenn die Versicherung die Stornokosten bzw. den DB-Plan&Spar-Ticket-Preis zahlen soll. Nur bei unerwartet schwerer Erkrankung, schwerem Unfall oder Tod des Versicherten oder eines Angehörigen wird gezahlt. Bezüglich Erkrankungen ist bereits im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Reiserücktrittskostenversicherung bekannt, dass es immer einmal wieder darüber Streit mit Versicherern gibt, wann eine Erkrankung unerwartet ist und wann das Merkmal „schwer“ erfüllt wird.
Unter Berücksichtigung all dieser Umstände sind Sachsens Verbraucherschützer der Meinung, dass man auf diesen Versicherungsschutz verzichten sollte.
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