Rindersteak und Rindsroulade haben sich längst wieder auf die Speisezettel gewagt, und über BSE spricht heute kaum noch jemand. Der Rindfleischkonsum steigt und hat mit 12,7 Kilogramm pro Kopf im letzten Jahr schon beinahe wieder Vor-BSE-Niveau mit 14 bis 15 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2000 erreicht.1 Andererseits stiegen die Umsätze der Naturkostbranche allein von 2000 zu 2001 um bis zu 50 Prozent und konnten im letzten Jahr sicher stabilisiert werden.2
"Verbraucher erwarten zunehmend mehr Transparenz in der Fleischerzeugung und wollen eine Absicherung bei der Rückverfolgung der Produkte", sagt Simone Seiboth, Landwirtschaftsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Nur so kann das langsam wieder wachsende Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Landwirtschaft auf eine solide Grundlage gestellt werden.
Deshalb haben die Verbraucherzentralen einen Kriterienkatalog für die extensive und artgemäße Erzeugung von Rind-, Schweine- und Mastgeflügelfleisch erarbeitet. Damit liegt erstmals ein umfassendes Gesamtkonzept vor, das für die unüberschaubare Menge unterschiedlicher Fleischangebote und Fleischetikettierungen einen einheitlichen Standard für die Fleischerzeugung schafft und dabei auch einen verbesserten Tierschutz berücksichtigt. Schließlich forderten nach dem BSE-Schock in Deutschland viele Verbraucher bessere Haltungsbedingungen und eine artgerechte Fütterung für landwirtschaftliche Nutztiere. "Nur optimale Haltungsformen, also mehr Platz in den Ställen, Tageslicht und Auslauf sichern eine gesunde Entwicklung der Tiere und führen so auch zu einer guten Fleischqualität", betont die Verbraucherschützerin.
Der jetzt zur Verfügung stehende Katalog der Verbraucherzentralen setzt Mindest- und Zusatzkriterien für den gesamten Prozess der extensiven Fleischerzeugung. Schwerpunkte dabei sind die rückverfolgbare Herkunft, Fütterung und Hygiene, tiergerechte Haltung, Transport und Schlachtung sowie Verkauf und Kontrolle. Damit wenden sich die Verbraucherschützer nun an die Interessenvertreter der sächsischen Landwirte, Rinderhalter, Schweinefleischerzeuger und Geflügelzüchter, um den Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern zu unterstützen.
Der Kriterienkatalog ist auf der Homepage des Dachverbandes der Verbraucherzentralen unter www.vzbv.de abrufbar,
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