Gerade im Winter gibt es immer wieder "Läusealarm". Wenn in Kindergärten und Schulen Mützen, Schals und Anoraks dicht gedrängt an Garderoben hängen, können sich Kinder diese unliebsamen Plagegeister ganz schnell einfangen.
Rasche Abhilfe versprechen Kopfläuse-Bekämpfungsmittel aus der Apotheke. Doch manche dieser Präparate enthalten biozide Wirkstoffe, die gesundheitlich bedenklich sind. In der Regel werden die Kinder mit Arzneimitteln aus der Apotheke (z.B. GOLDGEIST FORTE oder JAKUTIN) behandelt. Diese Mittel enthalten zum Teil hochgiftige Substanzen, wie Lindan, Pyrethrum oder Allethrin. Trotz ihrer Giftigkeit sind all diese Stoffe als Arzneimittel zur Läusebekämpfung zugelassen und überwiegend frei verkäuflich. Das "Merkblatt für Ärzte - Kopflausbefall" des Robert-Koch-Instituts empfiehlt, solche Mittel während der Schwangerschaft und in der Stillzeit gar nicht und bei Säuglingen und Kleinkindern nur unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Doch auch bei empfindlichen Kindern und Erwachsenen können sich als Nebenwirkungen unangenehme Gesundheitsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Brennen und Kribbeln der Haut, Kopfschmerz und Schwindel einstellen.
Nach dem Infektionsschutzgesetz darf zwar niemand mit Kopfläusen in die Schule oder in andere Gemeinschaftseinrichtungen, bis der behandelnde Arzt bescheinigt, dass eine Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist. Aber es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die privaten Verbrauchern zur Läusebekämpfung ausschließlich die "chemische Keule" vorschreibt.
Hierzu sind auch Hausmittel geeignet, die leider zu Unrecht vielfach in Vergessenheit geraten sind, meinen die sächsischen Verbraucherschützer. Haushalt-Essig oder Rapsöl-Emulsion sind weitaus sanfter und gesundheitsverträglicher. Tipps für Eltern in "lausigen Zeiten" sind in einer Verbraucherinformation enthalten, die in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen ausliegt.
Wo die nächstgelegene Beratungsstelle ist, erfährt man am Auskunftstelefon unter 0180-5 79 77 77 (12 Cent/Minute) montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr.
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