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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

29.01.2003
Jedem ein Girokonto – Forderung erneuern
Betroffene aufgerufen, sich an einer bundesweiten Aktion zu beteiligen

Eine junge Leipzigerin kam vor wenigen Tagen in die Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen, weil sie selbst keinen Rat mehr weiß.Die alleinstehnde 31jährige Frau hatte bei vier Banken in Leipzig vorgesprochen, um ein Konto zu erhalten und wurde überall abgelehnt. Begründung: Bei ihr gebe es negative SCHUFA-Einträge.
Die junge Frau hat Schulden aus ihrer früheren Partnerschaft. Sicher ist sie auch dafür verantwortlich, aber seit langem schon hat sie sich von ihrem Mann getrennt. Die Leipzigerin ist auch froh, eine Arbeit zu haben. Ihr Arbeitgeber zahlt den Lohn in bar aus. Dies ist jedoch für ihn mit zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden und so fragt er ab und zu nach, ob sie sich inzwischen ein Konto einrichten konnte. Die junge Frau hat Angst, durch dieses Problem vielleicht sogar ihre Arbeit zu verlieren.
“So ähnlich geht es vielen Betroffenen”, sagt Andrea Günther von der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen. Privatpersonen mit Schulden haben es mitunter schwer, ein Girokonto zu erhalten. Da immer die Gefahr besteht, dass dieses Konto gepfändet werden kann, scheuen Banken und Sparkassen den zusätzlichen Arbeitsaufwand.
In der heutigen Zeit ist jedoch ein Konto das A und O, um die eigenen Zahlungsverpflichtungen organisieren zu können. Deshalb haben sich die Banken bereits 1995 mit einer Selbstverpflichtungserklärung bereit erklärt, jedem Bürger ein Konto auf Guthabenbasis zur Verfügung zu stellen. Die Sparkassen sind in Sachsen sogar per Gesetz dazu verpflichet. In der Umsetzung gibt es jedoch immer wieder Probleme, die bisher nicht zur allgemeinen Zufriedenheit, sondern immer nur als Einzelfall gelöst werden konnten.

Deshalb rufen jetzt Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbände dazu auf, dass sich Betroffene in ihren Beratungsstellen melden sollen. Ziel ist es, mit einer umfangreichen Falldokumentation eine eindeutige bundesgesetzliche Verpflichtung zur Führung von Girokonten zu erreichen.
Auch die Verbraucherzentrale Sachsen beteiligt sich ab Februar 2003 an dieser Aktion. Betroffene werden desahlb ermuntert, mit einer der 13 örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen Kontakt aufzunehmen (Auskunftstelefon: 01805-797777/ 0,12 €/Min.).

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15509A.html