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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

20.02.2003
OTTO – fand ich gut
Sachsens Verbraucherschützer testen Verhalten von Versandhäusern bei Warenrücksendungen

Seit Frau B. aus Bautzen ihren letzten Brief vom Otto-Versand aus Hamburg in den Händen hält, gilt der Slogan "Otto find ich gut" für sie nicht mehr. Weil sie in den vergangenen zwei Jahren mehr als die Hälfte aller Artikel zurückgeschickt hatte, bekam sie nun eine Ermahnung. Sie möchte bitte bei den nächsten Bestellungen wirklich nur solche Artikel bestellen, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit behalten will. Eine deutliche Absenkung ihrer Rücksendequote sei notwendige Voraussetzung für die positive Fortsetzung der Geschäftsbeziehungen mit dem Otto-Versand.

Das heißt nichts anderes, als dass man sich von der Kundin zukünftig trennen will. Und das nur, weil sie die Vorteile des Versandhandels – bequemer Kauf vom Sofa aus und Auswahl in Ruhe – redlich ausgenutzt hat.

Sachsens Verbraucherschützer wollen nun wissen, welche Kunden ähnliche Erfahrungen, auch mit anderen Versandhäusern gemacht haben. "Sollte es sich dabei nämlich nicht nur um Einzelfälle handeln, scheint ein solches Vorgehen rechtlich bedenklich zu sein," so Bettina Dittrich, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Zwar steht grundsätzlich zunächst jedem Unternehmer im Rahmen der Vertragsfreiheit offen, mit wem er Geschäftsbeziehungen eingeht. Die Freiheit der Kundenwahl findet jedoch dort ihre Grenzen, wo durch die Androhung von Nachteilen oder einem gewissen moralischen Druck der Umsatz angekurbelt werden soll. Unter Umständen verschafft man sich damit auch ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Wettbewerbern.
Nicht zuletzt wird damit auch das gesetzlich garantierte und für den Verbraucher kostenlose Rückgaberecht im Versandhandel ausgehöhlt, was eine wettbewerbswidrige Praxis darstellen kann. "Sollten wir gehäuft von derartigen Verbraucherbeschwerden über Versandhändler Kenntnis erhalten, werden wir die Einleitung rechtlicher Schritte prüfen", so Bettina Dittrich. Informationen erbitten die sächsischen Verbraucherschützer unter dem Stichwort "Versandhandel" per Post oder auch per e-Mail unter vzs@vzs.de.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15523A.html