Über die Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden wird viel diskutiert, und es wird verstärkt nach Alternativen gesucht. Dabei spielen Nahrungsergänzungsmittel häufig eine Rolle, die eine Besserung der Beschwerden durch darin enthaltene Pflanzenhormone (Pflanzenöstrogene) versprechen.
Tatsächlich zeigten erste Studien Hinweise, dass diese pflanzlichen Inhaltsstoffe Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche lindern und Herz-Kreislauf-Risiken mindern könnten. Beim Vergleich zwischen Ernährungsgewohnheiten und Wechseljahresbeschwerden verschiedener Kulturen zeigte sich, dass Westeuropäerinnen und Nordamerikanerinnen sehr stark (75%), Asiatinnen und Frauen afrikanischer Stämme weniger (5 -10%) an Beschwerden in den Wechseljahren leiden. Dies wurde auf die pflanzenreiche Ernährung in asiatischen und afrikanischen Ländern zurückgeführt.
In über 300 Pflanzen, beispielsweise in Soja und Leinsamen, kommen Phytoöstrogene als so genannte sekundäre Pflanzenstoffe vor. Sie gleichen im Aufbau den Östrogenen und können deshalb ähnliche bzw. gegensätzliche Wirkungen (z.B. Erhöhung der Knochendichte) entfalten.
Nach Ansicht der sächsischen Verbraucherschützer ist es allerdings für genaue Empfehlungen zur Aufnahme dieser Stoffe noch zu früh, denn es fehlen klinische Studien, die gezielt Langzeitwirkungen nachweisen. Weiterhin wurden in den bisherigen Studien die positiven Effekte immer im Zusammenhang mit einer pflanzenreichen Ernährung und damit einem Gemisch an Substanzen festgestellt. Ob eine isolierte Aufnahme der Pflanzenöstrogene die gleichen Wirkungen zeigt, ist noch nicht erwiesen.
Statt Sojapräparaten bietet deshalb eine vollwertige Ernährung mit reichlich Hülsenfrüchten, Ölsamen und Getreide die beste Möglichkeit, Pflanzenöstrogene aufzunehmen und Wechseljahresbeschwerden entgegenzuwirken.
Weitere Informationen zu sekundären Pflanzenstoffen, aber auch allen anderen Themen im Bereich Ernährung können bei den Ernährungsberaterinnen der Verbraucherzentrale Sachsen e.V. in einem persönlichen Beratungsgespräch oder telefonisch montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr unter der Servicenummer 0190 797774 (1,24 €/Min.) erfragt werden.
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