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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

21.05.2003
Vielfalt statt Einfalt
Sächsische Verbraucherschützer: Verlust vieler Tierarten schränkt auch Geschmackspalette ein

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai soll das Problem des zunehmenden Verlustes vieler Arten, Rassen und Lebensräume stärker ins Bewusstsein rufen. „Nicht zuletzt wäre das auch ein Plus für vielfältigeren Genuss“, meinen Sachsens Verbraucherschützer.

Deutsches Lachshuhn, Augsburger, Ostfriesische Möwe, Sachsenhuhn, Lakenfelder und Sundheimer sind Geflügelarten, die heute kaum noch bekannt sind. So unterschiedlich die Namen, so unterschiedlich sind auch der Geschmack des Fleisches, die Legeleistung und das Temperament der Tiere. Beispielsweise ist das Fleisch des sehr zutraulichen Deutschen Lachshuhnes besonders zart, das Fleisch der Lakenfelder besonders schmackhaft und gutes Fleisch, kombiniert mit mindestens 200 Eiern Legeleistung im Jahr, liefert die Ostfriesische Möwe.

In den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich die kommerzielle Züchtung beispielsweise in der Geflügelproduktion jeweils auf nur ein Leistungsmerkmal, entweder viele Eier oder hohe Fleischausbeute. Das hatte die Beschränkung auf wenige Rassen zur Folge. Doch diese sind gerade für eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft wenig geeignet. Dort sind gute Fleischlieferung, gute Legeleistungen, natürliche Instinkte und die Anpassung an die verschiedensten klimatischen Bedingungen gefragt. Laut der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. gibt es in Deutschland 95 Hühnerrassen, die überwiegend von Hobbyzüchtern gehalten werden. Davon sind jedoch 12 Rassen vom Aussterben bedroht, weitere fünf Rassen stehen kurz davor.

Doch die biologische Vielfalt ist nur ein Aspekt bei der nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft. Eine große Rolle dabei spielt auch die artgemäße Tierhaltung. Sachsens Verbraucherschützer wollen zum Thema „Kriterien für artgemäße Fleischerzeugung – Huhn und Pute“ mit interessierten Verbrauchern, Geflügelzüchtern und Händlern am 22.05.2003 auf der agra in Markkleeberg ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung in Halle 2, Beratungsraum A, beginnt 10.30 Uhr und endet gegen 14 Uhr.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link15585A.html