Geschäfte mit der Armut haben auch in Sachsen Hochkonjunktur. Kommerzielle Schuldnerberatungstellen und dubiose Kreditvermittler verschlimmern häufig die Notlage von Betroffenen.
Nach Informationen des Statistischen Landesamtes Sachsen stiegen im Freistaat 2002 die Insolvenzen dramatisch, nämlich um gut 50 Prozent gegenüber 2001 an. Darunter sind auch deutlich mehr Verbraucherinsolvenzen, also von Privatpersonen und ehemals Selbstständigen. Dieser Trend hat sich bisher auch im Jahr 2003 fortgesetzt.
Wer überschuldet ist, benötigt professionelle Unterstützung auf dem langen Weg bis zur Entschuldung. Doch nicht immer stoßen die Betroffenen auf professionelle Hilfe und ein Profi allein bietet noch keine Gewähr dafür, dass die Schulden wirklich abgebaut werden. Häufig kommen weitere Schulden hinzu. So meldeten sich jüngst auch in Leipzig (der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen) Ratsuchende, denen unseriöse Angebote gemacht wurden oder die bereits zweifelhafte Verträge abgeschlossen haben.
Echte Hilfe bekommen Schuldner bei nicht kommerziellen Schuldnerberatungstellen, die etwa bei den Wohlfahrtsverbänden, bei Kommunen, bei Kirchen oder bei Verbraucherzentralen angesiedelt sind. Problem dort ist häufig eine lange Wartezeit. Auch deshalb ist es sinnvoll, bei finanziellen Schwierigkeiten nicht erst dann zu diesen Einrichtungen zu gehen, wenn die Gläubiger bereits im Nacken sitzen. Je früher man seine Zahlungsschwierigkeiten in Angriff nimmt, um so besser sind die Lösungsaussichten.
Wer wissen möchte, wo sich in seiner Nähe eine seriöse Schuldnerberatung befindet, kann dies montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr über das Auskunftstelefon der Verbraucherzentrale Sachsen unter der Nummer 01805 79 7777 (0,12 €/Min.) erfahren.
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