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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

03.05.2004
Prager Konsum-Frühling
EU-Osterweiterung lockt auch viele Schnäppchenjäger

Krakauer Würstchen und tschechisches Bier sind schon seit langem beliebt bei den Sachsen. Ab Mai 2004 werden nicht nur Interessenten aus der unmittelbaren Grenzregion beim neuen EU-Nachbarn nach günstigen Waren Ausschau halten. Die tendenziell vorteilhafteren Preise für Produkte und Dienstleistungen wie Friseur, Schneider, Bäcker oder Restaurantbesuche werden künftig auch Schnäppchenjäger von weiter her anlocken.

Zwar gelten grundsätzlich die Europäischen Rechtsvorschriften auch für die neuen EU-Mitgliedsländer, in der Praxis könnte es aber Probleme geben, die Vorschriften im konkreten Einzelfall durchzusetzen. Der tschechische Verbraucherschutzverein SOS, Prag, hat die Verbraucherzentrale Sachsen deshalb auf einige Stolpersteine aufmerksam gemacht. So kann es vorkommen, dass beispielsweise bei Eintrittsgeldern oder Mietgebühren, in Hotels, Pensionen oder Restaurants auf den Preislisten bestimmte Dienstleistungen tschechischen (und slowakischen) Bürgern erheblich billiger angeboten werden als ausländischen Besuchern. Da dieses Angebot nur in tschechischer Sprache unterbreitet wird, erhalten Ausländer oft gar keine Kenntnis von diesem Unterschied. SOS nennt dies eine klare Gesetzesverletzung und fordert die Betroffenen auf, solche Fälle sehr genau zu schildern und an die E-Mail-Adresse des tschechischen Verbraucherschutzvereins sos@consumers.cz zu schicken.

Bei Taxifahrten ist es empfehlenswert, vor dem Einsteigen auf die Preisliste zu schauen. Neben der einmaligen Einsteigegebühr und dem Fahrpreis pro Kilometer müssen auch die Kosten für Wartezeiten – im Stau oder auf Wunsch des Fahrgastes – angegeben sein. Wer keine Überraschung erleben will, kann auch nach einer vorläufigen Preisschätzung für die Fahrt fragen. Ist das Taxometer nicht eingeschaltet, weil es angeblich kaputt sei, sollte man auf die Fahrt mit diesem Taxi verzichten.

Auch für Waren, die in Tschechien gekauft werden, müssen Händler bei Sachmängeln zwei Jahre lang einstehen. Deshalb ist es wichtig, immer den Kaufbeleg zu verlangen und außerdem den geforderten Preis mit dem Preisschild zu vergleichen. Eine Reklamation muss vom Händler in spätestens 30 Tagen erledigt sein, weil der Verbraucher sonst berechtigt ist, vom Vertrag zurückzutreten.

Bei Problemen kann man sich an die Tschechische Handelsinspektion in Prag wenden. Die Adresse lautet: Ceska obchodni inspekce, Ustredni inspektorat, Stepanska 15, 120 00 Praha 2. Im Internet findet man sie unter: www.coi.cz.
Die polnische Verbraucherorganisation Federacja Konsumentow hat ihren Sitz in Warschau. Die Adresse lautet: Rada Krajowa Federacja Konsumentow, Pl. Powstancow Warszawy 1, 00-030 Warszawa. Per E-Mail ist sie zu erreichen unter: biuro@federacja-konsumentow.org.pl.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link17596A.html