Kabel Deutschland verschickt derzeit nicht nur in Sachsen Werbeschreiben an ihre Kunden und verspricht: „30 zusätzliche Fernsehsender in digitaler Bild- und Tonqualität … ab sofort für nur 9 € monatlich.“ Und eindringlich heißt es weiter: „Rufen Sie uns jetzt an.“
Nicht ohne vorher alles überdacht und durchgerechnet zu haben, entgegnen Sachsens Verbraucherschützer. „Immerhin soll hier ein Abonnement über eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten abgeschlossen werden“, gibt Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen zu bedenken. Werden zu den geforderten 9 € monatlich für „Kabel Digital Home“ noch die regelmäßigen Monatszahlungen an den Kabelnetzbetreiber addiert, zusätzlich zu der ohnehin fälligen Rundfunkgebühr, steht am Ende eine weit höhere Summe als „nur 9 € monatlich“ zu Buche.
„Digitales Fernsehen wird zukünftig auch billiger zu haben sein“, sagt die Verbraucherschützerin. Schließlich wird ab Mai 2005 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, darunter in den Ballungsgebieten Leipzig/Halle und Erfurt/Weimar der Startschuss für das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) in Mitteldeutschland fallen. Dafür ist lediglich ein entsprechendes Empfangsgerät, die Set-Top-Box, notwendig, um die ankommenden digitalen Signale für den derzeit vorhandenen Fernseher in analoge umzuwandeln. Ein noch existierender Hausantennenanschluss kann genutzt werden, und in den Ballungsräumen reicht sogar eine kleine Zimmerantenne.
Wegen der einfachen Installation ist DVB-T für Zweit- und Drittgeräte gut geeignet. Das gilt beispielsweise fürs Kinderzimmer sowie für das häusliche Arbeitszimmer, wo die im Vergleich zum digitalen Kabel- und Satellitenempfang eingeschränkte Programmvielfalt nicht stört.
„Wer möglichst kostengünstig fernsehen möchte, dem empfiehlt sich DVB-T oder Satellitenfernsehen eher als Kabelanschluss“, rät Janeczek. „Denn es entstehen in beiden Fällen über die Anschaffungskosten hinaus – bis auf die GEZ – keine weiteren regelmäßigen Kosten.“ Wer sich allerdings um die Qualität seines Fernsehbildes im Zweifelsfall nicht selbst kümmern will, der ist mit einem Kabelanschluss gut bedient. Denn hier liegt das Fernsehsignal in gleich bleibend hoher Qualität vor.
„Vor allem Hauseigentümer sollten jetzt überlegen, ob sie sich bei Neuabschluss eines Vertrages langfristig an einen Kabelnetzbetreiber binden möchten“, rät die Verbraucherschützerin. „Immer ist dabei auch die Kündigungsfrist zu beachten.“
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