Sachsens Verbraucherschützer helfen Geschädigten, Anzeige zu erstatten
Als auch die Verbraucherzentrale Sachsen im Juli 2003 vor einem sich selbst zerstörenden Dialer warnte, konnte sie nicht ahnen, dass sich diese Angelegenheit zu einem der größten Fälle von Dialer-Betrug in Deutschland auswachsen würde. Nun ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei in Paderborn in einem deutschlandweiten Sammelverfahren gegen Verantwortliche der Briefkasten-Firmen Liquid Inc. und DYI Media Inc. wegen Dialer-Einwahlen in den Jahren 2002 und 2003. Der Schaden soll mehr als 20 Millionen Euro betragen.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die nichts ahnenden Opfer beim Besuch von Internetseiten mittels so genannter Dialer-Programme zu teuren Internet-Einwahlen umgeleitet zu haben. Der Staatsanwaltschaft sind derzeit allein in Deutschland 32 missbrauchte 0190-Einwahlrufnummern bekannt. Für eine von diesen Nummern sollen 850.000 Telefondaten gefunden worden sein, so dass wahrscheinlich von einer Zahl von mehr als 100.000 Geschädigten auszugehen sei.
„Die Geschädigten hatten zumeist keinerlei Beweismittel in der Hand, haben oft resigniert und letztlich gezahlt“, weiß Evelin Voß, Telekommunikationsexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Sie sollten jetzt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück erstatten. Gegebenenfalls kommt die Möglichkeit in Betracht, aus dem sichergestellten Vermögen entschädigt zu werden.“
Ein entsprechender Meldebogen kann bei der Polizei unter www.dialer-os.de.gg aus dem Internet herunter geladen werden. Auch die Verbraucherschützer helfen gern weiter. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen liegen der Meldebogen und eine Übersicht der missbrauchten Einwahl-Nummern vor. Geschädigte sollten ihre Telefonrechnungen aus den Jahren 2002 und 2003 sowie die Einzelverbindungsnachweise und sonstige Unterlagen mitbringen, die sie zu dubiosen Internet-Einwahlen über 0190-Nummern aus diesem Zeitraum haben. Wo die nächstgelegene Beratungsstelle ist, erfährt man für 12 Cent pro Minute am Auskunftstelefon unter 0180-5 79 77 77 montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr oder im Internet unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de.
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