Nach Informationen des Bundes der Energieverbraucher soll der bundesweite Stromanbieter best energy GmbH (Berlin) aufgelöst werden. Über 200.000 private Abnehmer können davon betroffen sein. Konkrete Antworten blieb der Energieversorger den sächsischen Verbraucherschützern auf Anfrage leider schuldig. Müssen betroffene Verbraucher dann im Dunkeln sitzen, wenn der Strom tatsächlich ausbleibt?
"Diese Sorgen sind glücklicherweise unberechtigt", kann Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen beruhigen. "Sollte der derzeitige Stromversorger keine Energie mehr liefern können, fällt der Verbraucher automatisch wieder an seinen regionalen Versorger zurück. Denn der hat eine gesetzliche Versorgungspflicht zu erfüllen." Dabei sollte man unbedingt auf den Zeitpunkt achten, ab dem die Versorgung eingestellt wird. Wenn man vom alten Versorger die Mitteilung erhält, dass er nicht mehr liefert oder vom regionalen Versorger erfährt, dass man nun bei ihm Kunde ist, dann sind keine Überweisungen mehr an den alten Versorger zu entrichten oder es sollten Einzugsermächtigungen widerrufen werden. Zu viel gezahlte Abschlagszahlungen per Lastschrift können vom Geldinstitut zurückgeholt werden. Spätere Forderungen an insolvente Unternehmen sind für den privaten Verbraucher jedoch meist wenig erfolgreich.
"Empfehlenswert ist es", so der Energieexperte, "zum regionalen Versorger schon vorab Kontakt aufzunehmen." Hier erfährt der Betroffene, ob er als Neukunde eingestuft wird und damit den Haushaltstarif mit einjähriger Kündigungsfrist erhält oder ob er sogar einen relativ günstigen Sondervertrag, wie andere langjährige Kunden, angeboten bekommt. Dagegen sollten sich Verbraucher nicht auf eine so genannte "Notstromversorgung" für eine kurze Zeit einlassen und sich erst dann einen anderen Versorger suchen. In diesem Fall würden die Stromkosten für die "Notversorgung" bis zu 100 Prozent über den gängigen Preisen liegen. Wegen des geringen Einsparpotenzials ist auch die Suche nach einem anderen Stromversorger wenig sinnvoll, so dass man sich besser gleich an seinen regionalen Versorger wenden sollte.
Wer weitere Fragen rund um den Strom hat, kann sich an eine der 13 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen wenden oder montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr das Beratungstelefon unter der Nummer 0190 79 77 71 (1,24 EUR/Min. - Preis aus dem deutschen Festnetz) anrufen.
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