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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

30.05.2005
Fragwürdiger Nebenverdienst für billigeres Telefonieren

Verbraucherzentrale Sachsen berät am 31. Mai kostenlos rund ums Telefonieren und zu Nebenverdiensten

Oft werden Verbraucher von Freunden oder Verwandten darauf angesprochen, ob sie Telefonkosten sparen möchten. Ihnen wird dann ein Preselection-Angebot der amerikanischen Firma ACN Europe (mit Sitz der europäischen Zentrale in Amsterdam) unterbreitet. Dabei können alle Kunden, deren Telefonanschluss ebenfalls auf ACN Europe fest voreingestellt ist, kostenlos miteinander telefonieren. Häufig wird dann angeboten, dass man zusätzlich Geld verdienen könne, indem man in den Vertrieb dieses Angebots einsteigt und so einen lukrativen Nebenverdienst habe.

„Das kann sich als teurer Flop herausstellen“, weiß Evelin Voß, Telekommunikationsexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Die Produkte von ACN Europe werden nicht von dem Unternehmen selbst vertrieben, sondern ausschließlich über so genannte Geschäftspartner nach dem Prinzip des Strukturvertriebs. Dabei werden die Geschäftspartner erfolgsbasiert nach der Höhe der Telefongebühren der von ihnen geworbenen Kunden bezahlt, so lange diese selbst ACN-Kunden sind. Werben die Geschäftspartner weitere Geschäftspartner, so verdienen sie ebenfalls einen Teil an den Kunden der geworbenen Partner.

Doch um Partner zu werden, schließt man einen Vertrag ab und zahlt einmalig mehrere hundert Euro. Zusätzlich entstehen jährliche Verwaltungskosten. Entsprechende Provisionen und damit einen Verdienst erreicht nur, wer eine hohe Anzahl neuer Kunden, besser noch weitere Vertriebspartner akquiriert. Und man verdient nur, wenn die geworbenen Neukunden entsprechend hohe Telefonrechnungen verursachen. Wenn die neuen Kunden jedoch im Verwandten- und Bekannten-Kreis geworben werden, nutzen sie vorzugsweise die kostenlosen Gespräche im Rahmen des Tarifs „ACN Friends Call Free“. Das wirkt sich wiederum negativ auf die Umsätze und damit auf die Provision aus. Der erhoffte lukrative Nebenverdienst erweist sich deshalb oft als teurer Flop, der zumeist nicht einmal den Betrag wieder „einspielt“, mit dem man in Vorleistung gehen musste.

Hinzu kommt, dass sich ACN Europe vorbehält, Kunden auf den Tarif „ACN Executive“ umzuschalten, wenn sie nach dem Ermessen des Unternehmens übermäßig viel kostenlos telefonieren. Kostenloses Telefonieren ist dann nicht mehr möglich. Stattdessen werden im Tarif „ACN Executive“ eine monatliche Grundgebühr von aktuell 3,99 Euro und höhere Minutenpreise als im Tarif „ACN Friends Call Free“ fällig.

Wer Fragen zu diesem oder zu anderen Nebenverdienst- und Telefonkosten-Sparangeboten hat, kann sich an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. Diese berät alle Ratsuchenden am Dienstag, dem 31. Mai, kostenlos und zwar von 10 bis 16 Uhr in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Leipzig sowie von 10 bis 14 Uhr in Bautzen, Weißwasser, und Hoyerswerda. Möglich ist dies durch eine Projektfinanzierung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link195869A.html