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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

09.08.2005
Rätselraten um Tierhaltung

Aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentralen bei Schweinekoteletten dokumentiert fehlende Transparenz in der Tierhaltung

Das Preisbewusstsein der Verbraucher beim Fleischeinkauf wird häufig kritisiert. "Billigpreis-Kampagnen gefährden Tierschutzstandards" so klagte vor ein paar Tagen der Deutsche Bauernverband und forderte die Verbraucher auf, einen höheren Preis zu zahlen. „Doch dem Verbraucher wird beim Kauf kaum die Möglichkeit gegeben, sich für mehr Tierschutz durch artgerechte Haltung und damit für eine bessere Qualität zu entscheiden“, sagt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Dies belegt eine Stichprobe der Verbraucherzentralen in den Supermärkten der Bundesländer Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein im Juli 2005.
Die Preise für die in Selbstbedienung angebotenen abgepackten Koteletts schwankten zwischen 2,47 und 7,99 € pro Kilo, ohne dass nennenswerte Qualitätsunterschiede für Verbraucher erkennbar waren. Angaben zur Haltungsform gab es gar nicht, lediglich bunte Bilder von einer "ländlichen Idylle". Kurioserweise war ein Bild von weidenden Rindern auf der Verpackung von Schweinekoteletts.
Anne-Katrin Wiesemann fordert: „Qualität muss sichtbar sein.“. Es ist nicht einzusehen, warum die Konsumenten einen hohen Preis bezahlen sollen, wenn sie nichts über Qualität , Regionalität und Tierhaltung wie beispielsweise Stroheinstreu in den Ställen, Möglichkeiten zum Auslauf, Tageslicht, Arzneimitteleinsatz oder artgerechte Verhaltensmöglichkeiten der Schweine (z.B. Bewegungsmöglichkeiten und Wühltrieb) erfahren. Auch der landwirtschaftliche Erzeugerbetrieb bleibt anonym, so dass der Verbraucher keine Rückfragen beim Erzeuger stellen kann. Schweinefleisch ist zu einer Massenware geworden. Selbst Angaben wie „Aus kontrollierter Aufzucht“ oder „QS“ in Verbindung mit Landwirtschaft und Tierschutz geben keine hilfreichen Information, da die Haltungsbedingungen im Dunkeln bleiben. Damit beim Einkauf Tierschutzaspekte berücksichtigt werden können, muss eine gesetzlich festgelegte Definition der Haltungsform von Schweinen und deren Pflicht zur Angabe erfolgen. Dann wüssten Verbraucher, wofür sie mehr Geld ausgeben. Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert deshalb mehr Transparenz, damit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung von Massenware unterschieden werden kann und dem Verbraucher nicht nur der Preis als Kaufkriterium bleibt.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link197382A.html