Verbraucherzentrale Sachsen: Auch nach günstigeren Sonderverträgen erkundigen
„Was viele Gaskunden schon seit Wochen nicht mehr für recht und billig halten, erregt ihren Zorn zunehmend auch bei den Strompreisen“, sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. So wird ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt bei einem Verbrauch von 3500 bis 4000 kWh im Jahr künftig mit Mehrkosten von 50 bis 70 Euro rechnen müssen.
Als Gründe geben die Versorger sowohl gestiegene Ausgaben wegen höherer Strombezugskosten als auch wegen explodierender Ölpreise an. Auch wenn rund zwei Drittel der Strom-Preissteigerungen der letzten Jahre auf Steuern und weitere Abgaben zurückzuführen sind, hat der von diesen Lasten bereinigte Strompreis derzeit ein Spitzenniveau erreicht.
Verärgerte Stromkunden fragen die Verbraucherschützer nun, ob Protestaktionen, wie sie in letzter Zeit bei den Gaspreiserhöhungen bekannt wurden, nicht auch beim Strom sinnvoll wären. Das sieht der Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen etwas anders: „Zum Einen sind bei den Steuern- und Abgabelasten die Politiker gefragt und zum Anderen gibt es ja einen teilweise funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt, der dem Verbraucher gegebenenfalls einen Wechsel ermöglicht.“ Außerdem beziehen rund 75 Prozent aller Verbraucher jedoch noch immer Strom nach dem „Allgemeinen Haushaltstarif“, der der Genehmigung des Wirtschaftsministeriums im Freistaat Sachsen unterliegt. Die Anderen haben entweder ihren Versorger gewechselt (ca. 2 Prozent) oder einen in der Regel günstigeren Sondervertrag bei ihrem regionalen Versorger unterschrieben (ca. 20 bis 25 Prozent).
„Einen Rechtsstreit um günstigere Strompreise durchsetzen zu wollen, hat nach unserer Meinung kaum Aussicht auf Erfolg“, sagt Roland Pause. Der Tarif- oder Sondervertragskunde kann die angekündigte Strompreiserhöhung aber unter Vorbehalt zahlen. Er müsste dann auf mögliche Kartellverfahren vertrauen, um bei positivem Ausgang seine Rechte einzufordern.
Ein Musterbrief zur Vorbehaltszahlung steht auf der Homepage der Verbraucherzentrale Sachsen unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de zum kostenlosen Download bereit und ist in den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen erhältlich.
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