Verbraucherzentrale Sachsen warnt: Keine Kontoeinrichtung aus Gefälligkeit
Bisher hört man in der Öffentlichkeit wenig über Phishing-Opfer. Dennoch gibt es sie, wissen jetzt Sachsens Verbraucherschützer. Allerdings handelt es sich dabei weniger um Personen, die auf die betrügerischen Phishing-E-Mails hereingefallen sind, sondern vielmehr um Verbraucher, die als Geldboten missbraucht werden. Zwar ist mancher einem falschen Link auf eine vermeintliche Internetseite seiner Bank gefolgt und hat verschiedene Geheimzahlen preisgegeben, aber ein finanzieller Schaden ist ihm zumeist nicht entstanden. Die betroffenen Banken haben diesen Kunden bisher den eingezogenen Geldbetrag zurückerstattet.
Opfer sind leichtgläubige Menschen oder solche mit finanziellen Schwierigkeiten, die den Betrügern für deren Geldtransfers Konten zur Verfügung stellen. „Was dabei aber letztendlich auf sie zukommt, können diese Verbraucher wahrscheinlich nicht abschätzen“, meint Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. So werden in Stellenanzeigen zu Nebenverdiensten, im Internet und mit E-Mails Personen gesucht, die auf ihren Namen ein neues Konto einrichten. Auch auf der Straße suchen sich die Betrüger dafür geeignete Personen. Anreiz, eine solch ungewöhnliche Kontoeinrichtung auf Wunsch eines Dritten vorzunehmen, ist die Aussicht auf eine verlockende Provision. Auf die Konten wird dann von den Betrügern das mittels Phishing ergaunerte Geld zwischengeparkt. Der Kontoinhaber soll dann das Geld - zum Beispiel abzüglich 10 Prozent Provision - unverzüglich mittels des Finanzdienstleisters Western Union an einen unbekannten Dritten überweisen. Dieser holt dann irgendwo in der Welt das überwiesene Geld bar von einer Postfiliale oder einer anderen Auszahlstelle ab und verschwindet damit auf Nimmerwiedersehen.
Derjenige aber, von dem das Geld unberechtigterweise vom Konto abgebucht wurde, erstattet Anzeige bei der Polizei und meldet sich bei seiner Bank als Phishing-Opfer. Die Bank bucht daraufhin den Betrag zurück. Ihrerseits hält sie sich aber an diejenige bekannte Person, auf deren Konto der abgebuchte Betrag zunächst geflossen war. Statt einer Provision von beispielsweise 2000 €, sieht sich diese Person plötzlich einer Forderung der Bank in Höhe von 20.000 € gegenüber. Diese Situation endet dann wahrscheinlich in einer Verbraucherinsolvenz. Deshalb warnen Sachsens Verbraucherschützer dringend vor dieser neuen betrügerischen Masche.
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