Sachsens Verbraucherschützer sehen Tücken in solchen Angeboten
Gegenwärtig steigen die Gaspreise und die Strompreise ziehen leider ebenfalls nach. „Noch nie war Energie so teuer“, konstatiert Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. „Da klingen Preisangebote für Strompakete über 1200 kWh, 2400 kWh oder 3600 kWh für ein Jahr zu angeblich besonders günstigen Konditionen natürlich sehr verlockend.“
Nicht nur in Sachsen finden Angebote „für alle, die sparen wollen“, wie es seit einigen Monaten beispielsweise in der Internet-Werbung der FlexStrom GmbH, Berlin heißt, viele Interessenten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Preis für die gesamte Strommenge pro Jahr im Voraus bezahlt wird. Bei einem vierteljährlichen Zahlungsrhythmus würde sich dagegen der Gesamtpreis für den Strom wesentlich erhöhen. Bei 2400 kWh wären das immerhin 132 Euro mehr. Außerdem wird bei einer Vorauszahlung für ein Jahr der Eindruck erweckt, dass der Paketpreis ein Festpreis sei und ohne Preiserhöhungen auskäme.
„Das ist natürlich nicht so“, entgegnet Pause, „denn im Kleingedruckten steht, dass Preiserhöhungen nicht auszuschließen seien.“ Außerdem wird beim Lesen der Vertragsbedingungen klar, dass ein Mehrverbrauch bei Tarifpaketen gesondert berechnet und damit doppelt so teuer werden kann. Wenn weniger Strom verbraucht wird, entfallen dagegen etwaige Guthaben.
„Damit relativiert sich der Vorteil dieser Angebote und wäre eigentlich nur für den interessant, der genau das, was er kauft auch verbraucht“, schätzt Pause ein. Und trotzdem bleibt die Gefahr, dass Preiserhöhungen geduldet werden müssen. Hinzu kommt die Ungewissheit einer möglichen Insolvenz, die gerade neue Versorger schon oft betroffen hat. In diesem Fall wäre das gesamte vorab gezahlte Geld der Kunden verloren.
„Um zu sparen, sollten Verbraucher vielmehr bei ihren im Haushalt eingesetzten elektrischen Geräten einen Energiecheck durchführen“, empfiehlt der Verbraucherschützer. So verbrauchen Geräte im Stand-by-Betrieb nicht unerhebliche Energiemengen. Vereiste Kühl- und Gefriergeräte, sehr alte elektrische Geräte, falsches Kochen auf dem Elektroherd und unwirtschaftlich betriebene Waschmaschinen tragen ebenfalls zur Energieverschwendung bei.
In den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen können Energieverbrauchsmessgeräte kostenlos ausgeliehen werden. So kann man den Verbrauch der elektrischen Geräte im Haushalt selbst bestimmen und mit den Verbrauchswerten energiesparender Geräte vergleichen. Wer sich diese Überprüfungen nicht selbst zutraut, erhält in der Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen hilfreiche Tipps. Welche Beratungseinrichtungen und Beratungsstützpunkte Energieberatung anbieten, ist auf der Homepage unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de oder am Auskunftstelefon unter 01805/ 79 77 77 (0,12 €/Min.) montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr zu erfahren.
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