Verbraucherzentrale wird knapp 500 Klagewilligen gegen Gasversorgung Sachsen Ost GmbH und Erdgas Südsachsen GmbH Rückendeckung geben
„Reichlich 40 Energieversorger im Freistaat Sachsen bringen nicht nur Licht und Wärme in die Stuben, sondern erzeugen mit Blick auf ständig steigende Preise derzeit auch viel Zorn und Gegenwehr“, sagt Joachim Betz, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen. Deshalb hatten die sächsischen Verbraucherschützer am 18. Juli 2005 zum Widerstand aufgerufen.
Innerhalb von vier Wochen erhielten sie so von mehr als 1500 erbosten Verbrauchern die Unterlagen zu Gaspreiserhöhungen der letzten Monate. Besonders häufig waren darunter Kunden der Gasversorgung Sachsen Ost GmbH (Gaso) mit Sitz in Dresden und der Erdgas Südsachsen GmbH mit Sitz in Chemnitz. Beide Versorger hatten seit 1999 insgesamt 11 bzw. 12 Preisänderungen vorgenommen, die im Sommer 2005 mit Steigerungen um 15,9 bzw.13 Prozent ihren Höhepunkt erreichten.
„Das muss vor den Kadi“, entschieden Sachsens Verbraucherschützer und wählten jetzt diese beiden Großversorger für ihre so genannten Sammelklagen gegen Gaspreiserhöhungen aus. „Wir koordinieren gegenwärtig für knapp 500 klagewillige Sachsen alle erforderlichen Schritte“, sagt Joachim Betz. „Mitte Oktober 2005, also in wenigen Tagen, sollen die Klagen eingereicht werden.“
Schließlich konnten weder die Gasversorgung Sachsen Ost GmbH noch die Erdgas Südsachsen GmbH ihren Kunden gegenüber plausible Erklärungen für die enormen Preissteigerungen liefern. „Bis heute sind sie ihnen schuldig geblieben, auf welcher Grundlage Preise zustande kommen, die gegenüber 1999 um 77,5 bzw. um 96 Prozent nach oben geschnellt sind“, stellt der Verbraucherschützer fest. „Hier können nur noch Gerichte helfen.“ Betz hofft bei positivem Prozessausgang auf eine Signalwirkung auch auf andere Versorger, die bei der Preisbildung bisher ebenfalls nicht zimperlich gewesen sind.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
