Verbraucherschützer empfehlen Produkte aus Fairem Handel
„Hatten Sie zum Frühstück Brötchen mit Erdbeermarmelade, Ei und Kaffee oder Tee? Dann standen auf Ihrem Tisch Lebensmittel, deren Ursprünge auf fünf Kontinenten lagen“, sagt Dr. Birgit Brendel, Referentin für Verbraucherinformation. „Den Anbau von Weizen führten die Römer nördlich der Alpen ein, heutige Kulturerdbeeren gehen nicht etwa auf einheimische Walderdbeeren zurück, sondern auf die Kreuzung chilenischer und nordamerikanischer Arten. Afrika steuerte den Kaffee bei und aus Asien stammen der schwarze Tee und die Urmütter der heutigen Hühner.“ Der Leitgedanke des diesjährigen Welternährungstages „Landwirtschaft und interkultureller Dialog“ verweist auf den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen, der die Landwirtschaft in großen Teilen der Welt veränderte und das Angebot an Lebensmitteln und die Esskulturen bereichert. Ganz selbstverständlich werden Produkte wie Kaffee, Tee, Bananen oder Reis aus Afrika, Asien und Lateinamerika in unseren Breiten verzehrt.
Nicht selbstverständlich ist jedoch, dass die Produzenten in den Entwicklungsländern von ihrer Arbeit leben können. Die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt und wirtschaftliche Abhängigkeit von ihren Rohstoffen stürzen die Kleinbauernfamilien in Armut. Zwei Drittel der Kinderarbeit vollzieht sich in der Landwirtschaft, sei es in Bananenplantagen oder bei der Kakaoernte.
Diese Kette aus Abhängigkeit und Armut durchbricht der faire Handel. Das Prinzip des fairen Handels ist sehr einfach: Die Erzeuger erhalten für die Rohstoffe faire, über dem Weltmarktniveau liegende Preise bei langfristigen Lieferbeziehungen. Diese Preise können realisiert werden, da Non-Profit-Importorganisationen direkt bei den Erzeugern in den Ländern des Südens einkaufen und diese Produkte mit geringem Aufschlag in Europa verkaufen. So können Produzenten in den Entwicklungsländern eigenverantwortlich wirtschaften und ihre Existenz sichern. Soziale und ökologische Mindeststandards können durchgesetzt und eingehalten werden. Darüber hinaus werden oft zusätzliche Projekte in den Bereichen Gesundheit und Bildung etabliert.
Im Jahr 2004 wurden für etwa 99 Millionen Euro fair gehandelte Produkte in Deutschland verkauft. Neben den etwa 800 Weltläden verkaufen zahlreiche Bioläden und Supermärkte fair gehandelten Tee, Kaffee, Schokolade, Honig oder Bananen. „Verbraucher erkennen fair gehandelte Produkte zum Beispiel am TransFair-Siegel. Diese Waren wurden entsprechend der strengen internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organisation International erzeugt und vermarktet“, betont Dr. Brendel. „Mit ihrer Kaufentscheidung für fair gehandelte Produkte können Verbraucher die Lebensumstände der Produzenten in den Entwicklungsländern positiv beeinflussen und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.“
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