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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

29.11.2005
Mehr Durchblick beim Fleischeinkauf

Ratgeber der Verbraucherzentralen gibt Orientierungshilfe

Was passieren kann, wenn beim Fleischkauf nur noch auf
den Preis und weniger auf Qualität geachtet wird, zeigen unter anderem die jüngsten Fleischskandale. Sachsens Verbraucherschützer fordern daher mehr Transparenz am Fleischmarkt sowie eine verbesserte Informations- und Kennzeichnungspflicht. Aus dem aktuellen Ratgeber der Verbraucherzentralen „Fleisch. Iss gut!“ erfahren Interessierte nun, wofür Marken und Siegel stehen. In einer bundesweiten Markterhebung haben die Verbraucherzentralen die Richtlinien von überregionalen Markenfleisch- und Gütesiegelprogrammen für Rind, Schwein, Huhn und Pute analysiert.

Mit dem 42-Seiten starken Kurzratgeber „Fleisch. Iss gut!“ können Verbraucher die Qualitätsunterschiede beim Fleischkauf von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch besser erkennen. Er erklärt, was Marken bedeuten und wofür Siegel stehen, denn allzu oft sind die Erzeugungsqualitäten der Fleischproduktion nicht nachvollziehbar. Mit einem persönlichen Marktcheck im Anhang des Kurzratgebers kann sich der Verbraucher die Fleischmarken heraussuchen, die er haben möchte.

„Viele Verbraucher wollen nicht einfach nur „Fleisch“ kaufen, sondern beim Einkauf zum Beispiel die artgerechte Tierhaltung fördern, regionale Betriebe unterstützen und sicher sein, dass ihr Fleisch strengen Kontrollen unterliegt“, erläutert Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. „In der Broschüre haben wir deshalb die Ergebnisse einer bundesweiten Markenfleisch- und Gütesiegelprogrammerhebung der Verbraucherzentralen abgebildet. „Leider ließen sich nicht alle Hersteller in die Karten schauen“, bedauert die Verbraucherschützerin. Ein Viertel der angeschriebenen Hersteller verweigerte den Verbraucherschützern jede Information – die Broschüre nennt Ross und Reiter.

Bei den Markenfleisch- und Gütesiegelprogrammen handelt es sich um ein äußerst uneinheitliches Marktsegment mit Programmen sehr unterschiedlicher Größenordnungen und Erzeugungsrichtlinien. Da lediglich die rechtlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung sowie die ökologische Tierhaltung gesetzlich definiert sind, bleiben Anpreisungen besonderer Erzeugungsformen weitgehend unverbindlich. Eine Kennzeichnungspflicht für die Fleischarten von Rind, Schwein, Huhn und Pute - ähnlich wie bei den Eiern - muss europaweit eingerichtet werden.
Verbraucher brauchen verlässliche und verständliche Orientierungshilfen für den Kauf von Fleisch aus besonderen Erzeugungsformen. Nur bei aussagekräftigen und kontrollierten Kennzeichnungen und Werbeaussagen wird eine bewusste Kaufentscheidung möglich. Ob Bauernglück, Erlenhof oder Landjuwel: Derartige Siegel und Zeichen spiegeln Fleisch von glücklichen, tiergerecht gehaltenen Tieren vor. Belege hierfür gibt es nicht. Deshalb müssen die Anbieter nach Meinung der Verbraucherschützer künftig rechtlich verpflichtet werden, entsprechende Auskünfte an die Verbraucher weiter zu geben - beispielsweise über das seit Jahren geforderte Verbraucherinformationsgesetz.

Die Verbraucherinformation „Fleisch. Iss gut!“ gibt es zum Abholpreis von 2,00 EUR in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen. Wo die nächstgelegene Beratungsstelle ist, erfährt man am Zentralen Service-Telefon unter 0180-5 79 7777 (12 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link200719A.html