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Voice over IP: Internettelefonie noch nicht für jedermann

Welche Technik steckt dahinter und welche technischen Voraussetzungen werden benötigt?

Welche Technik verbirgt sich hinter VoIP?
Bei der Internettelefonie unterscheidet man zwischen der SIP- und der Skype-Welt. Die Software beider Standards ist nicht miteinander kompatibel. Der SIP-Standard (Session Initiation Protocol-Standard) eignet sich besonders für die Internettelefonie mit konventionellen Telefonen. Der Vorteil: Hier klingelt bei eingehenden Anrufen das Telefon wie gewohnt, auch wenn der PC gerade ausgeschaltet ist. SIP kommt aber auch in der Softphone-Variante mit eingeschaltetem PC zum Einsatz.

Skype ist wohl die bekannteste Softphone-Anwendung und kommt vor allem für den günstigen Einstieg in die Internettelefonie in Betracht. Hier muss - wie bei jedem Softphone - der Computer eingeschaltet sein, wenn man telefonieren oder eingehende Anrufe nicht verpassen möchte. Zum Telefonieren selbst benutzt man entweder ein Headset oder ein spezielles Skype-Telefon. Wer mit Skype ins Fest- oder Mobilfunknetz anrufen will, benötigt ein Zusatzmodul (SkypeOut). Umgekehrt können aus diesen Netzen auch Skype-Nutzer im Internet angerufen werden.

Welche technischen Voraussetzungen sind erforderlich?

Breitband-Internetanschluss
Voraussetzung für die Internet-Telefonie ist ein breitbandiger Internetanschluss. Nur dieser ermöglicht eine vergleichbare Sprachqualität wie beim gewohnten Telefonieren. Neben den inzwischen weit verbreiteten DSL-Anschlüssen auf der Basis der Telefonleitungen werden Breitbandanschlüsse vermehrt auch von TV-Kabelnetzbetreibern angeboten. Ein Standard-DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von 1024 kBit/s im Downstream (also beim Herunterladen aus dem Internet bzw. bei ankommenden Anrufen) und 128 kBit/s im Upstream (d.h. beim Versenden ins Internet bzw. bei abgehenden Anrufen) kann für die Internet-Telefonie grundsätzlich ausreichen.

Wenn man allerdings gleichzeitig telefoniert und im Internet surft oder Dateien versendet, leidet manchmal die Sprachqualität. Denn das Telefonieren über das Internet verbraucht zusätzliches Datenvolumen: Für eine Gesprächsminute braucht man bei dem derzeitigen Stand der Technik ca. 1 MB, ein VoIP-Gespräch benötigt durchschnittlich schon 80 kBit/s Datenvolumen pro Gesprächsteilnehmer und damit pro Richtung.

Derzeit üblich sind Volumenflatrates mit 2 GB/Monat (ca. 2000 MB). Bei diesem Modell ist das Volumen nach ca. 33 Stunden Telefonieren erschöpft.
Tipp: Dauer- oder Vieltelefonierer sollten ein entsprechend hohes Inklusivvolumen oder gleich eine volumenunabhängige Flatrate wählen. Die gibt es bereits ab fünf Euro im Monat.

Leistungsfähiger Computer
Der PC sollte für die Internettelefonie folgende Anforderungen erfüllen: Pentium II-Prozessor mit 300 MHz oder höher, mindestens 32 MB Arbeitsspeicher, Windows 98 SE oder höher und mindestens 40 MB freie Festplattenkapazität. Außerdem ist eine Netzwerkkarte und eine Soundkarte (für Softphones) erforderlich.

Softphone
Das Softphone (Kunstwort aus Software und Telephone) ist eine spezielle Software, die man sich meist kostenlos aus dem Internet herunterladen kann. Wer über einen PC mit Soundkarte und ein Headset verfügt, kann mit dieser Software auch ohne Telefongerät übers Internet telefonieren. Allerdings muss der Computer dafür eingeschaltet sein.

Internet-Telefon (IP-Telefon)
Mit das IP-Telefon, das über einen integrierten DSL-Router mit dem Internet verbunden wird, telefoniert man wie mit einem herkömmlichen Apparat: Hörer abnehmen, Rufnummer wählen, Verbindungsaufbau abwarten und sprechen. Der Computer muss bei dieser Variante nicht eingeschaltet sein.

VoIP-Adaper/Router
Wer nicht Geld in einen speziellen Telefonapparat investieren möchte, kann auch sein vorhandenes analoges oder ISDN-Telefon weiternutzen. Es muss nur noch an einen VoIP-Adapter bzw. -Router angeschlossen werden. Auch hier kann der Computer beim Telefonieren ausgeschaltet bleiben.

Ein Router beinhaltet alle Anschlüsse: einen Adapter für das analoge und das ISDN-Telefon, mehrere PC-Netzwerkanschlüsse sowie optional einen WLAN-Router (Drahtlosnetzwerk). In dem Minicomputer kann festgelgegt werden, ob ein Telefonat über VoIP erfolgen oder über den normalen Telefonanschluss laufen soll. Der Nachteil: Die Installation einer vorhandenen Telefonanlage an den VoIP-Router ist manchmal kompliziert und nur von einem Fachmann zu bewerkstelligen.

Tipp für die Installation der Hardware: Im Gegensatz zu den meisten billigen Importgeräten liegt teureren Geräten oft eine gedruckte Bedienungsanleitung und/oder eine CD-Rom bei, in der der Installationsprozess grafisch dargestellt wird. Diese Hilfestellung ist oftmals einfacher und kostengünstiger als den Service des Herstellers oder Anbieters zu bemühen.

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