Internet-Nutzer, die in diesen Tagen auf dem Einzelverbindungsnachweis ihrer Telefonrechnung teure Verbindungen zu Zielrufnummern finden, die mit den Ziffern 0088 beginnen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit Opfer einer neuen Abzock-Masche geworden. Ihr Computer hat während des Surfens offensichtlich unbemerkt einen Dialer herunter geladen, der sich über eine teure EMSAT-Satelliten-Verbindung einwählen kann.
"In diesem Falle nützt eine Sperre der 0190-/0900-Rufnummern gar nichts", weiß Evelin Voß, Telefonexpertin bei den sächsischen Verbraucherschützern. Relativ sicher ist, wer per DSL oder Fernsehkabel ins Internet geht. Wer einen analogen oder ISDN-Telefonanschluss nutzt, sollte aktuelle Schutzprogramme installieren, die vor der unbeabsichtigten Einwahl zumindest warnen. Besseren Schutz bieten hier jedoch so genannte Dialer-Blocker, die im Fachhandel um die 40 Euro kosten und zwischen Telefondose und Modem installiert werden. Dialer-Blocker lassen nur jene Einwahlnummern ins Internet zu, die man vorher eingegeben hat. Falls der Computer über einen Dialer eine andere Nummer anwählt, bricht der Dialer-Blocker den Wählvorgang ab und meldet sich mit einem Warnsignal.
Bereits von Dialern Betroffene sollten gegen die entsprechende Rechnungsposition schriftliche Einwendungen gegenüber jenem Anbieter erheben, der die Dialerkosten geltend macht, und die Nichtzahlung entsprechend begründen. Die unstreitigen Verbindungen müssen jedoch bezahlt werden.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf dem Computer keinerlei Daten oder Dateien zu löschen, sondern bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Verdacht des Computerbetruges zu erstatten und dabei die Festplatte des Computers zwecks Sicherung der Beweise zu übergeben.
Rat und Hilfe bei der Rechnungsreklamation gibt es in den 13 Beratungsstellen der sächsischen Verbraucherschützer. Wo die nächstgelegene Beratungsstelle ist, erfährt man für 12 Cent pro Minute am Auskunftstelefon unter 0180-5 79 77 77 montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr oder im Internet unter www.vzs.de.
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