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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

06.02.2006
Daneben getippt

Eine FUTURA SYTEMS GmbH aus Rostock lockt Gutgläubige per Anruf in eine Tippgemeinschaft

Als Dauerspieler hatte er sein Lotto-Glück schon oft versucht. Vielleicht ist der Zwickauer deshalb dem unerwarteten Anruf einer Mitarbeiterin von FUTURA SYSTEMS GmbH, Rostock, aufgesessen und hatte ihr am Telefon seine Kontonummer für eine Mitgliedschaft in der „fortuna premium Lottotippgemeinschaft“ verraten.

„Abgesehen davon, dass dieses so genannte Cold-Calling eine illegale Form der Kundenwerbung ist“, sagt Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen, „wollte wohl keiner der von der FUTURA SYSTEMS GmbH geköderten Sachsen einen Abo-Vertrag für monatlich 49 € Tippgeld eingehen.“ In dem Schreiben, das die völlig überraschten Glückssucher kurze Zeit nach Anruf von der Rostocker Firma erhielten, wird aber genau das bestätigt. So könne man nun mit 149 Mitspielern jeden Mittwoch und Samstag 144 Tippreihen spielen und zusätzlich pro Ziehungstag 12 verschiedene Spiel77- und 12 verschiedene Super6-Zahlen haben. Mit einer zusätzlichen eigenen Tippreihe gebe es sogar die Chance auf einen persönlichen Millionengewinn.

Das klingt für den ersten Moment sicher nicht schlecht. Schließlich entsprechen 144 Tippreihen etwa 12 Lottoscheinen, für die man am Kiosk zusammen mit dem Spiel77 und der Super6 knapp das Dreifache des von FUTURA SYSTEMS verlangten Monatsbeitrags bezahlen müsste. „Dennoch heißt es, skeptisch zu sein“, rät die Verbraucherschützerin. Tippgemeinschaften treten meistens als gewerbliche Spielevermittler auf, die Spielscheine in großer Zahl kaufen, um sie dann weiter zu veräußern. Wie viel Geld ihrer Mitspieler dabei von einem solchen Zwischenhändler in der eigenen Kasse verbleibt, ist auch bei FUTURA SYSTEMS nicht zu erfahren. „Den großen Gewinn machen oft die Veranstalter selbst“, warnt Janeczek. „So sind Beispiele bekannt, bei denen nur gut 33 Prozent des Mitgliedsbeitrages überhaupt beim Lotto eingesetzt wurden.“

Außerdem bleibt die Rostocker Firma ihren Mitspielern schuldig, bei welcher staatlichen Lottogesellschaft die Scheine gespielt werden. FUTURA SYSTEMS hat auch versäumt, die entsprechende Lottogesellschaft über ihr Vorhaben zu informieren. Nicht zuletzt deshalb hat die Sächsische Lotto GmbH jetzt die Aufsichtsbehörde in Chemnitz informiert.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link207172A.html