Verbraucherschützer raten zu größter Vorsicht mit Unterschriften
Betagte sächsische Senioren werden derzeit von zwielichtigen Finanzvermittlern aufgesucht. Unter dem Vorwand, bestehende Lebensversicherungs- oder Bausparverträge überprüfen zu wollen, verschaffen sich Mitarbeiter der norddeutschen Firmen Reddito GmbH (Buchholz) bzw. AB Finanz GmbH (Seevetal) vor allem im Döbelner Raum und in Leipzig Zugang zu Rentnern. Während des Beratungsgesprächs werden den Senioren Abtretungserklärungen auf den Namen einer ALG Immobilienverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH (Hamburg) vorgelegt. In Unkenntnis darüber, welche rechtlichen Folgen ihre Unterschrift hat, unterzeichnen die zum Teil Achtzigjährigen die vorgelegten Papiere. Ausgehändigt werden jedoch die unterzeichneten Unterlagen nicht, wurde den sächsischen Verbraucherschützern wiederholt berichtet. Kurz darauf wird seitens der Hamburger Gesellschaft die Kündigung von Bauspar- und Versicherungsverträgen angestrebt. In der weiteren Folge soll das Geld der betroffenen Verbraucher dann in Fonds umgeschichtet werden.
„Das ist unverantwortlich und aus unserer Sicht unseriös“, empört sich Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
„Die Rechtsgeschäfte dürften sittenwidrig oder auch wegen arglistiger Täuschung anfechtbar sein“, so Hoffmann weiter. Doch selbst wenn das Recht auf der Seite der Senioren ist, so bringt die Angelegenheit den Betroffenen doch Ärger. Allein die Auseinandersetzung mit den unseriösen Finanzdienstleistungsfirmen ist nervenaufreibend. Besser ist es, sich im Vorfeld zu schützen. Die Verbraucherschützerin rät deshalb, derartige Hausbesuche von Anbietern strikt abzulehnen. Sollte es dennoch zu Beratungen kommen, empfiehlt es sich, keinesfalls etwas zu unterschreiben. Der Anbieter kann darauf verwiesen werden, dass man sich die Angelegenheit in aller Ruhe überlegen und vom Verbraucherschutz überprüfen lassen möchte. Wer dennoch etwas unterschrieben hat, sollte sich Hilfe bei Angehörigen, Freunden oder Bekannten holen und gegebenenfalls Kontakt zur Verbraucherzentrale Sachsen herstellen. Sachsens Verbraucherschützer können Betroffenen auch telefonisch mit ihrem Rat helfen. Das Beratungstelefon steht montags, mittwochs und donnerstags unter der Rufnummer 0900-1-797777 (1,24 €/Min.) von 10 - 12 sowie 13 - 16 Uhr zur Verfügung
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
