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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

09.03.2006
Maut fürs Satellitenfernsehen geplant

Wird es dennoch freie Programme geben? / Verbraucher sind verunsichert

Die Nachricht, dass neben der Rundfunkgebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Gebühren der Kabelgesellschaften künftig auch noch für den Empfang digitaler Satellitenprogramme der privaten Anbieter eine Gebühr erhoben werden soll, hat bei den sächsischen Verbraucherschützern zu Nachfragen verunsicherter Verbraucher geführt.
Sind alle Besitzer einer Schüssel betroffen? Wird es noch frei empfangbare Programme geben und wie lange? Muss man technisch aufrüsten, wenn die Pläne der SES Astra zur Verschlüsselung ihrer digital über Satellit ausgestrahlten Programme Wahrheit werden?

„Die Fragen sind völlig berechtigt“, sagt Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen. Schließlich können derzeit noch hunderte unverschlüsselte Digitalprogramme über Satellit empfangen werden, ohne dafür extra bezahlen zu müssen. „Das sollte auch so bleiben“, sagt die Verbraucherschützerin, „denn es kann doch nicht sein, dass sich Haushalte mit einer Satellitenschüssel mittelfristig darauf einstellen müssen, nun auch noch für werbefinanzierte Programme zahlen zu müssen.“
Immerhin schauen derzeit in Sachsen rund 40 Prozent aller Haushalte über Satellit Fernsehen. Viele davon haben sich bereits mit einem Receiver ausgerüstet, um das große Angebot digitaler Programme über Satellit zu empfangen. „Sie müssten die erst jüngst angeschafften Boxen auf den Müll werfen und in neues Equipment mit Entschlüsselungsmöglichkeit investieren, wenn sie die werbefinanzierten Programme demnächst nur noch verschlüsselt erhielten“, gibt die Verbraucherschützerin zu bedenken.

Auch wenn die analoge Übertragung ein Auslaufmodell ist und die Zukunft digital sein wird, können Haushalte mit einer Schüssel noch bis zum Ende dieses Jahrzehnts sowohl analoge als auch digitale Programme empfangen. Noch sind beim Satellit diese Empfangswege frei und es besteht derzeit keine Notwendigkeit, wie beim digitalen Kabelempfang, ein monatliches Zugangsentgelt zu bezahlen. „Wer jetzt über die Anschaffung eines Receivers für den digitalen Satellitenempfang nachdenkt, sollte mit dieser Entscheidung warten, bis klar ist, ob es künftig eine Maut für den Satellitenempfang geben wird“, rät Janeczek.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link213732A.html