Die aktuelle Diskussion um eine Versicherungspflicht für alle Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung sollte jetzt nicht zu einem vorschnellen Wechsel in die private Krankenversicherung führen.
Die Gesundheitsreform wird nicht zur dauerhaften Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ausreichen. So gibt es nun die Überlegung, die Versicherungspflichtgrenze aufzuheben und damit einen Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung unmöglich zu machen. Sollte eine solche Entscheidung kommen, könnten künftig nur noch Selbstständige und Beamte eine private Krankenvollversicherung abschließen. Für Arbeitnehmer bliebe die Möglichkeit, private Zusatz- und Ergänzungsversicherungen abzuschließen.
Geschäftstüchtige Vertreter nutzen jetzt die Situation, um gut verdienende Arbeitnehmer noch schnell zu einem Wechsel in private Krankenversicherungen zu überreden. „Torschlusspanik ist hier aber fehl am Platz“, warnt Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Derzeit ist unklar, ob es zu dieser politischen Entscheidung kommt. Versicherer haben in der Vergangenheit schon häufig von Diskussionen um mögliche, dann aber nicht eingetretene Änderungen profitiert. So schlossen Ende der Neunziger Jahre tausende Verbraucher noch eine Kapital-Lebensversicherung ab, als es hieß, dass das Steuerprivileg fällt. Viele werden schon bald darauf diesen Schritt bereut haben. Späte Reue hilft jedoch bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung nicht mehr. Zumeist handelt es sich um eine Entscheidung fürs Leben. Ein Zurück ist kaum möglich.
Deshalb sollte man sich vorab gut informieren. Auch die Privatversicherung hat Probleme mit steigenden Kosten im Gesundheitswesen und dem immer höher werdenden Lebensalter der Deutschen, weshalb auch dort mit stetig steigenden Prämien zu rechnen ist. Gleichwohl kann sich für den Einzelnen ein Wechsel lohnen. Das setzt die Wahl eines finanzstarken Krankenversicherers sowie eines individuell passenden Versicherungstarifes voraus. Bei der Vielzahl der Angebote kann man diese Entscheidung als Laie ohne Expertenwissen nicht treffen. Die sächsischen Verbraucherschützer bieten dazu für 15 € individuelle Beratungen unter Einsatz einer speziellen Vergleichssoftware an.
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