Was hinter der Deklaration: „Kartoffeln - nach der Ernte behandelt“ steckt
Die Erntezeit der Kartoffel geht von Juni bis November. Je später die Ernte desto dicker die Schale und desto besser die Lagerfähigkeit.
Die Behandlung von Kartoffeln mit Chlorpropham, Imazalil und Thiabendazol nach der Ernte dient deren Haltbarmachung. Das heißt, das Keimen oder der Schimmelbefall der Kartoffel bei der Lagerung soll verhindert werden. Dies muss gekennzeichnet werden mit: „nach der Ernte behandelt“. Bei lose verkauften Kartoffeln muss dies auf einem Schild neben der Ware oder in einem Aushang deutlich lesbar und unverwischbar, bei verpackten Kartoffeln auf der Verpackung oder auf einem mit ihr verbundenen Etikett angegeben werden.
Nach der Ernte besitzen Kartoffeln eine natürliche Keimruhperiode, je nach Sorte 5 - 9 Wochen lang. Danach kann eine Zwangsruhe nur durch die technische Kaltlagerung oder durch die Behandlung mit einem Keimhemmer erreicht werden. Wer möglichst wenig mit Keim- oder Schimmelhemmern belastete Kartoffeln verspeisen möchte, sollte Kartoffeln aus neuer Ernte (Frühkartoffeln) verwenden, Lagerkartoffeln nur geschält verzehren, darauf achten, dass nicht gekennzeichnet ist „nach der Ernte behandelt“ oder auf Bio-Kartoffeln ausweichen. Frühkartoffeln werden kaum oder wenig behandelt, da sie zum sofortigen Verkauf bestimmt und zum Lagern nicht so gut geeignet sind.
Kartoffeln aus ökologischem Anbau können zum Einlagern mit einem Extrakt aus Pfefferminzöl, gelöst in pflanzlicher Fettsäure, behandelt werden. Je nach ökologischem Anbauverband ist es aber auch möglich, dass dessen Richtlinien Keim- oder Schimmelhemmungsmittel nicht zulassen. Die Bio-Landwirte müssen dann die Kartoffeln besonders sorgfältig lagern und auch bei Ernte, Verladung, Reinigung/Entstaubung, Sortierung und Abpackung entsprechend schonend arbeiten, damit die empfindlichen Knollen in keiner Hinsicht leiden und in der Qualität erhalten bleiben.
Die wichtigsten Regeln bei der Kartoffellagerung lauten: trocken, dunkel und kühl bei 3-4 Grad Celsius, bei einer relativen Luftfeuchte von 90–95% und guter Belüftung. Bei Temperaturen unter 2 Grad Celsius werden Kartoffeln unangenehm süß, da die Stärke zu Zucker abgebaut wird. Ab einer Temperatur von 5 Grad Celsius fangen die Knollen an zu keimen, es kommt zum Aromaverlust und sie werden schrumpelig. Kommt Licht hinzu wird die Schale grün, und es bildet sich Solanin, welches bitter und kratzend schmeckt und gesundheitlich bedenklich ist. Grüne Stellen sind vor dem Verzehr großzügig zu entfernen. Auch die Keime der Kartoffel enthalten Solanin. Schwierig ist also die konstante Lagerung bei den richtigen Temperaturen, damit auch das ganze Jahr über Kartoffeln gegessen werden können. Die Kartoffel ist eine bedeutende Vitamin C- und Stärkequelle, ist relativ kalorienarm und liefert hochwertiges Eiweiß.
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