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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

18.03.2004
Kassiert die BT (Germany) GmbH München für gesetzwidrige teure Internetverbindungen?
Sachsens Verbraucherschützer raten, den Forderungen zu widersprechen

Derzeit häufen sich bei den sächsischen Verbraucherschützern Anfragen zu Forderungen der Firma BT (Germany) GmbH & Co. oHG (N) aus München auf der Telefonrechnung. So soll Familie E. aus dem Vogtland angeblich Online-Dienste im Umfang von rund 2135 Euro (Brutto) in Anspruch genommen haben, und von Herrn S. aus Schildau werden von der gleichen Firma 786 Euro verlangt.
„Vermutlich stecken hinter diesen Forderungen so genannte Dialer“, meint Evelin Voß, Telefonexpertin bei der sächsischen Verbraucherzentrale. „Das sind Anwählprogramme, welche die bestehende Internetverbindung trennen und eine neue teure Internetverbindung aufbauen, um so eine online in Anspruch genommene Dienstleistung zu bezahlen, wie z.B. das Herunterladen eines Spieles.“
Doch derartige Transaktionen haben die Verbraucher nach eigener Aussage wissentlich nie gestartet. In diesen Fällen können sich die Dialer nur heimlich auf dem Computer installiert und anschließend ins Internet eingewählt haben. Wie es scheint, löschen sich diese Dialer nach Beendigung ihres kostenträchtigen „Dienstes“. Nur Computerspezialisten können dann noch entsprechende Spuren als Beweise sichern.
Die sächsischen Verbraucherschützer raten allen solcherart geschädigten Verbrauchern, gegen die entsprechenden Abrechnungspositionen ihrer Telefonrechnung beim zuständigen Netzbetreiber, der BT (Germany) GmbH München, Einwendungen zu erheben und auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 4. März 2004 (AZ:III ZR 96/03) zu verweisen. Danach müssen Verbraucher die Kosten für sich heimlich einwählende Dialer nicht tragen, wenn ihnen keine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen ist. Da der Netzbetreiber, in diesem Falle die BT (Germany) GmbH München, ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der Nutzung von derartigen Mehrwertdiensten hat – immerhin partizipiert sie von den eingehenden Verbindungsentgelten - muss sie auch das Risiko des Missbrauchs tragen. Dies haben ihre Kunden nicht zu vertreten.
Geschädigte können sich an eine der 13 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen oder an das Verbrauchertelefon unter der Nummer 0900-1-797777 (1,24 €/Min. aus dem deutschen Festnetz) wenden. Am Auskunftstelefon 01805/797777 (0,12 €/Min.) erfährt man Anschriften und Öffnungszeiten der Beratungsstellen.

Wichtiger Hinweis:
Die Vermutung der sächsischen Verbraucherschützer hat sich wenige Tage später bewahrheitet: Hinter vielen der dubiosen Rechnungspositionen verbargen sich Dialer, die sich unzulässigerweise über die Rufnummerngasse 0193 einwählten. Seit Mitte Dezember 2003 dürfen Dialer ausschließlich die Rufnummerngasse 09009 benutzen. Auf Anweisung der Regulierungsbehörde hat der Netzbetreiber BT (Germany) jetzt die einschlägigen 0193-Einwahlnummern gesperrt.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link21531A.html