Mit Hedge-Fonds steht Anlegern jetzt ein neues Produkt zur Auswahl. Doch die Meinungen über diese Anlagevariante sind bereits geteilt. Die eine Gruppe hat sehr hohe Erfolgserwartungen, die andere sieht zuerst Misserfolge der Vergangenheit. Nach Auffassung der sächsischen Verbraucherschützer sind die neuen Fonds wegen dem Risiko des Totalverlustes des investierten Geldes nichts für jedermann. Erfahrene, vermögende und gut informierte Anleger können zu einem kleinen Teil Hedge-Fonds ihrem Depot jedoch sinnvoll beimischen.
Das Wort „Hedge“ stammt aus dem Englischen und wird auch mit „(Ab)Sicherung“ übersetzt. Wer jedoch Hedge-Fonds mit „sichere Fonds“ übersetzt, liegt völlig falsch. Diese Produkte sind in ihren Anlagemöglichkeiten, im Anlagestil und in der Wahl der Produkte fast völlig frei. Viele Strategien sind somit möglich. Allen ist der Versuch gemeinsam, über gleichzeitige Käufe und Verkäufe von Finanzprodukten das Marktrisiko zu reduzieren. Daher rührt auch die Bedeutung des Begriffs „Sicherung“. Die Fondsmanager nutzen allerdings alle Spekulationsmöglichkeiten, um eine möglichst rasche und starke Vermehrung des Vermögens zu erreichen, egal ob am Kapitalmarkt die Kurse gerade steigen oder fallen. Schlechte Aktienjahre sind oft gute Zeiten für Hedge-Fonds. Doch niemand kann sagen, ob diese Rechnung am Ende wirklich aufgeht oder nicht.
Wer in Hedge-Fonds investieren will, muss deshalb im Notfall auch den Totalverlust seines Geldes verkraften können. Auf das hohe Verlustrisiko haben die Anbieter hinzuweisen. Doch allein der formale Hinweis im Kleingedruckten reicht nach Meinung der Verbraucherzentrale Sachsen nicht aus. Die neuen Produkte sind hochgradig erklärungsbedürftig. Fraglich bleibt, ob diese Aufgabe im Vertrieb immer ordnungsgemäß erfüllt wird.
Im öffentlichen Angebot werden Dach-Hedge-Fonds und Hedge-Fonds-Zertifikate sein. Bei Dachfonds und den Zertifikaten erfolgt eine breitere Streuung des Geldes, denn es wird in viele einzelne Hedge-Fonds mit unterschiedlichen Strategien investiert. Dadurch soll das Verlustrisiko vermindert werden. Anleger sollten sich vor einer Entscheidung zur Investition unbedingt den Verkaufsprospekt genau durchlesen. Ein Punkt, auf den dabei besonderes Augenmerk gelegt werden sollte, sind die Kosten. Diesbezüglich wird es ganz unterschiedliche Ausgestaltungen geben. Kostenbewusste Anleger achten zum Beispiel auf die so genannte Performance-Fee, einen zusätzlichen Bonus bei erreichter Mehrleistung. Er sollte erst dann gezahlt werden müssen, wenn ein gewisser Mindestertrag erzielt wurde. Und bei einem Kursrutsch des Fonds sollte erst dann wieder vom Anleger gefordert werden, wenn die alten Höchststände wieder erreicht oder überschritten werden.
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