Ein aktueller Test der staatlichen Versicherungsaufsicht hat belegt, dass einige Lebens- und Krankenversicherer noch mit den Folgen des in den Jahren 2000 bis 2003 erfolgten Einbruchs der Aktienmärkte zu kämpfen haben. „Verbraucher sollten sich deshalb vor dem Abschluss einer Kapitallebens-, privaten Renten- oder privaten Krankenversicherung nicht nur ausführlich darüber beraten lassen, ob das Produkt zu ihnen passt, sondern auch, welche Anbieter finanzstark sind“, rät Andrea Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre, insbesondere dem Zusammenbruch der Mannheimer Lebensversicherung AG, legt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Wert darauf, dass die Lebens- und Krankenversicherer in regelmäßigen Tests nachweisen, dass sie auch bei einem erneuten Einbruch der Aktienmärkte in der Lage sind, ihre langfristig eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten zu erfüllen. Etwa jeder zehnte Lebensversicherer hat diesen aktuellen Stresstest nicht bestanden. Das heißt zwar nicht, dass diese Versicherer wie die Mannheimer Versicherung AG zahlungsunfähig sind, jedoch müssen diese Gesellschaften etwas tun, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Für Lebensversicherte kann das zum Beispiel bedeuten, dass die Überschussbeteiligung für die Zukunft reduziert wird. Im schlimmsten Fall zahlt der Versicherer nur noch die Garantieverzinsung. Für Verträge, die ab dem 01.01.2004 abgeschlossen wurden, liegt diese nur noch bei 2,75 Prozent. Krankenversicherte müssen mit steigenden Prämien rechnen. Beide unpopuläre Maßnahmen wurden in den letzen Jahren schon branchenweit umgesetzt.
Da die Versicherungsbrache gegenwärtig wegen des ab 2005 zu erwartenden Wegfalls von Steuervorteilen besonders für den Abschluss von Kapital-Lebensversicherungen wirbt, halten die sächsischen Verbraucherschützer eine unabhängige Beratung vor einem möglichen Vertragsabschluss für besonders wichtig. „Mit der in den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen eingesetzten Vergleichssoftware können nicht nur die Versicherungsprodukte, sondern auch die Anbieter unter die Lupe genommen werden. Wichtige Unternehmenskennzahlen geben dabei auch gewisse Aufschlüsse über die finanzielle Stärke des Versicherers“, sagt die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
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