Aufklärungskampagne zum sicheren Handel im Internet gestartet
Der Verkauf seines alten Kfz über eine Online-Autobörse versprach für Herrn H. ein gutes Geschäft zu werden. Der Interessent britischer Herkunft hatte den Wagen zu einem attraktiven Preis erworben und sogleich mit Scheck gezahlt. Innerhalb weniger Tage hatte Herr H. die Kaufsumme auf seinem Konto und die Übergabe des Fahrzeugs wurde vollzogen. Die Freude währte jedoch nicht lange, als Herr H. drei Wochen später von seiner Bank die Mitteilung erhielt, dass der Scheck nicht gedeckt war. Dies habe die Überprüfung des Schecks ergeben, die stets mehrere Wochen beanspruche. Die Rückforderung des Autos war aussichtslos, denn die Kontaktdaten des Käufers erwiesen sich als falsch.
Um Verbraucher künftig vor solchen und ähnlichen Betrügereien bei Online-Geschäften zu schützen, hat die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes gemeinsam mit dem weltweiten Online-Marktplatz eBay und dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. eine Aufklärungskampagne zum sicheren Handel im Internet ins Leben gerufen. Hintergrund der Kampagne sind die Aussagen der Kriminalstatistik 2005. Diese registrierte rund 300.000 Anzeigen wegen Waren- und Kreditbetrugs und damit 11 % mehr als im Vorjahr. Den Anstieg führt die Polizei vor allem auf betrügerische Online-Geschäfte zurück, die rund ein Fünftel der Fälle ausmachen.
„Auch wir verzeichnen zunehmend Verbraucherrechtsprobleme, die auf Tricksereien bei Online-Angeboten, aber auch regelrecht betrügerische Maschen zurückzuführen sind“, so die Juristin der sächsischen Verbraucherzentrale, Bettina Dittrich, die zugleich auf entsprechende Beratungsangebote bei den Verbraucherschützern verweist.
Deshalb will die Kampagne die Nutzer einerseits auf die beim Internet-Handel lauernden Gefahren aufmerksam machen. So werden Tipps gegeben, was es für Verbraucher vor dem Abschluss eines Online-Geschäfts, aber auch bei dessen Abwicklung unbedingt zu bedenken und zu prüfen gilt. Zum anderen sollen die Verbraucher über spezielle Sicherheitsangebote für den Internet-Handel informiert und zu deren konsequenter Nutzung motiviert werden. Hierzu werden mögliche Zahlungsmethoden und deren jeweilige Sicherheit ebenso erläutert wie technische Vorkehrungen für den eigenen PC oder etwa die Funktionsweise der Datenübertragung, die insbesondere bei der Übermittlung sensibler Daten wie Passwörtern oder Kreditkartennummern eine große Rolle spielt.
Auf der Internetseite der Kampagne www.kaufenmitverstand.de stehen zunächst die „7 Goldenen Regeln zum sicheren Online-Handel“ im Vordergrund, die in einfacher und verständlicher Form aufklären und informieren. Außerdem finden Verbraucher zahlreiche Links zu weiteren Informationsangeboten.
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