Beteiligungen an Genossenschaften für Anleger oft riskant
Wohnungsbaugenossenschaften suchen in Sachsen neue Mitglieder und werben daher verstärkt mit dem Argument der staatlichen Förderung der Beteiligung. Zu den Akteuren gehören beispielsweise die Genotec eG (Leinfelden-Echterdingen) oder die Nova Sedes Wohnungsbau eG (Weiden). Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen, rät dazu, sich über die finanziellen Risiken, die mit Geldanlagen bei Genossenschaften verbunden sind, genau zu informieren.
Wer sich an einer Wohnungsbaugenossenschaft beteiligt, die einige Jahre am Markt aktiv ist, kann im Rahmen eines Sparvertrages seine über den Arbeitgeber gezahlten vermögenswirksamen Leistungen bei dieser Genossenschaft anlegen. Man bekommt derzeit darauf auch die staatliche Arbeitnehmersparzulage, sofern das Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. „Die staatliche Förderung besagt jedoch nicht, dass es sich um eine besonders sichere oder ertragreiche Geldanlage handelt“, sagt die Verbraucherschützerin. Für Genossenschaftsmitglieder besteht in der nicht ausschließbaren Insolvenz der Gesellschaft ein erhebliches eigenes Verlustrisiko. Dann sind die Einzahlungen der Anleger nebst staatlicher Förderung grundsätzlich verloren. Mitunter drohen sogar Nachzahlungen an die insolvente Genossenschaft oder Rückzahlungen an das Finanzamt. Letzteres erleben derzeit Verbraucher, die in der Vergangenheit nur wegen der zwischenzeitlich abgeschafften Eigenheimzulage unbekannten Genossenschaften beigetreten sind, die letztlich aber nicht die gesetzlichen Vorgaben für die Förderung erfüllten. Den sächsischen Verbraucherschützern sind aus der Vergangenheit viele solche Fälle, von A wie Archico eG (Dresden) über E wie Europea eG (Dresden) bis W wie WESPA eG (Münster) bekannt.
Sachsens Verbraucherschützer raten denjenigen, die allein wegen einer Geldanlage eine Beteiligung an einer Wohnungsbaugenossenschaft ins Auge fassen, sich vor Vertragsabschluss unabhängig zu informieren. Dazu hält die Verbraucherzentrale Sachsen einen kostenlosen Flyer parat und bietet auch individuelle Beratungen an. Für eine persönliche Beratung empfiehlt sich montags bis freitags zwischen 09.00 Uhr und 16.00 Uhr eine Terminvereinbarung unter 0180-5-79 7777 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz).
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