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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

20.06.2006
Erfolgreich weiter auf neuem Kurs

Verbraucherzentrale Sachsen zieht Bilanz: Mehr Beratungsqualität, erweitertes Angebot, weniger Wartezeiten

Mehr als 488.000 Menschen haben im Jahr 2005 bei der Verbraucherzentrale Sachsen Rat und Informationen gesucht. Gaspreiserhöhungen und wie man sich dagegen wehren kann, Hartz IV und unseriöse Nebenverdienstangebote, Vogelgrippe und Gammelfleisch sowie der Ärger über rüde Methoden mancher Telekommunikationsfirmen zählten zu den Schwerpunktthemen des vergangenen Jahres.

Über ein Viertel aller Sachsen hat die Angebote der Verbraucherzentrale schon einmal genutzt und ihr dafür in 73 Prozent aller Fälle für die Beratungsqualität die Noten 1 und 2 erteilt. Damit gehören die sächsischen Verbraucherschützer zu den Verbraucherzentralen in der Bundesrepublik, mit denen die Ratsuchenden am zufriedensten sind. Dagegen erteilten nur 26 Prozent der Befragten dem Freistaat Sachsen gute und sehr gute Noten für die Wirksamkeit und Qualität des Verbraucherschutzes in ihrem Bundesland. Das ergab u.a. eine repräsentative Verbraucherbefragung von Infratest dimap, die für den „Verbraucherschutzindex 2006“ durchgeführt wurde.

Auch wenn der Freistaat Sachsen im Vergleich des verbraucherpolitischen Profils der Länder an drittletzter Stelle - auf dem 14. Platz - steht, haben die gute Arbeit der Kontrollbehörden zur Lebensmittel- und Marktüberwachung und der Verbraucherzentrale Sachsen dazu beigetragen, dass Sachsen in diesem Jahr einen deutlich besseren Punktwert erzielen konnte. Im Verbraucherschutzindex des Jahres 2004, der mit dem des Jahres 2006 nicht vergleichbar ist, stand das Land noch an letzter Stelle.

Immerhin nannten 55 Prozent der Befragten in der Infratest dimap-Umfrage die Verbraucherzentralen als die Institution, die sich am wirksamsten für den Verbraucherschutz einsetzt. Die Verbraucherzentrale Sachsen erhielt von den Befragten die Durchschnittsnote 2,2 und steht damit in der Zufriedenheitsskala bundesweit mit ganz oben. Als besondere Stärke wird den sächsischen Verbraucherschützern die relativ hohe Dichte an Beratungsstellen im Land bescheinigt.

„Damit sehen wir uns in unserem Modernisierungs- und Umstrukturierungskonzept bestätigt, das wir seit Juli 2005 erfolgreich umsetzen“, sagt Joachim Betz, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen. Denn die Infratest dimap-Umfrage hat auch ergeben, dass Bürger die persönliche Beratung bevorzugen. Mehr als die Hälfte, insgesamt 56 Prozent der Verbraucher, die sich schon einmal an eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale gewandt hatten, bestätigten das. Der Erhalt des Beratungsstellennetzes ist ein Ziel des Konzeptes der Verbraucherzentrale Sachsen.

Und so sieht die Bilanz der Verbraucherzentrale Sachsen nach einem Jahr aus: Sachsenweit insgesamt 27 Stunden Öffnungszeit pro Woche zusätzlich. Beratung auf Termin wird nun in allen 13 Beratungseinrichtungen angeboten und sehr gern genutzt. Für Terminbuchungen stehen pro Woche 251 Stunden zusätzlich zur Verfügung. “Kein Wunder, dass so auch die Zahl der Ratsuchenden um mehr als 300 Prozent in diesem Zeitraum gestiegen ist“, schätzt Betz ein.

Weniger Wartezeiten für Verbraucher, mehr Beratungsqualität, ein umfangreicheres Beratungsangebot und ein verbessertes Qualitätsmanagement stehen für die Verbraucherschützer heute auf der Haben-Seite. Ein neu erarbeitetes Leitbild zeigt darüber hinaus Standortbestimmung und Zukunftsvisionen der Verbraucherzentrale Sachsen. Nicht zuletzt wurden seit vergangenem Jahr 3 neue Beratungsthemen in das Leistungsprofil der Verbraucherschützer aufgenommen. Dazu gehört seit Herbst 2005 eine Gesamteffektivzinsberechnung bei Kombinationsfinanzierungen. Außerdem wurde zu Jahresbeginn 2006 Beratung zur Heizkostenabrechnung und vor wenigen Wochen eine Mietrechtsberatung in Kooperation mit dem Landesverband Sächsischer Mietervereine in das Angebot aufgenommen. Nachholbedarf besteht noch bei den vielen Fragen rund um die Gesundheitsdienstleistungen.

„Bei der Umsetzung unseres Modernisierungs- und Umstrukturierungskonzepts haben wir uns konsequent an den Bedürfnissen der Ratsuchenden orientiert“, bekräftigt Betz.
Nicht zuletzt deshalb sind die sächsischen Verbraucherschützer mutig und entschlossen auch in den Kampf gegen die unaufhaltsam steigenden Gaspreise gegangen. Als sie am 18. Juli 2005 zum Widerstand gegen überhöhte Gaspreise aufriefen und mehr als 1500 entschlossene sächsische Verbraucher auf diesen Aufruf reagierten, stand ihre Entscheidung fest: Erstmals koordinierten sie für rund 500 klagewillige Sachsen alle erforderlichen Schritte, um gegen zwei große Gasversorger im Freistaat vor den Kadi zu ziehen. Im Rechtsstreit gegen die ENSO Erdgas GmbH (Dresden) wird das Landgericht Dresden am 30. Juni 2006 eine Entscheidung treffen. Die Verbraucherschützer erwarten, dass das Gericht die seit 1. Juni 2005 ergangenen Preiserhöhungen für unzulässig erklärt. Die mündliche Verhandlung gegen die Erdgas Südsachsen GmbH (Chemnitz) wird am 12. September 2006 stattfinden. Dort geht es um die Zulässigkeit der seit 1. Juli 2005 erfolgten Gaspreiserhöhungen.

Erfolgreich waren die Verbraucherschützer bereits mit einer Klage gegen die DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH. Mit Urteil vom 11. Mai 2006 (nicht rechtskräftig) hat das Landgericht Dresden die Preiserhöhungsklausel in deren Gas-Sonderverträgen für unwirksam erklärt, weil die Klausel für Verbraucher nicht transparent ist. Diesen Vorwurf machen die Verbraucherschützer auch den Stadtwerken Leipzig, gegen die am 6. September 2006 vor dem Landgericht Leipzig mündlich verhandelt wird.

Mit der Unübersichtlichkeit der Märkte wachsen auch die Erwartungen der Menschen an die Verbraucherzentrale Sachsen. Obwohl wir nicht zu allen Fragen des Alltags Rat und Hilfe anbieten können“, so der Verbraucherschützer, „wollen wir unser Angebot weiter verbessern. So treffen wir gegenwärtig die Vorbereitungen, um ab 1. September 2006 gemeinsam mit dem Sozialverband VdK eine unabhängige Patientenberatung anbieten zu können. Wir nehmen damit die von Infratest dimap in der repräsentativen Verbraucherumfrage festgestellten Wünsche der Sachsen nach mehr Handlungsbedarf im Bereich Patientenschutz und Gesundheit ernst und wollen gerade hier entsprechend unserer Möglichkeiten wirksam werden.“


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link237352A.html