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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

15.09.2004
Altersvorsorge außerhalb der Bankenwelt
Grauer Kapitalmarkt bietet mehr Risiken als Chancen

Keine unnötigen Risiken sollte man bei der privaten Altersvorsorge eingehen, meinen Sachsens Verbraucherschützer mit Blick auf aktuelle Angebote des Grauen, also nicht staatlich überwachten Kapitalmarktes. Derzeit gibt es eine Flut von Angeboten an Inhaberteilschuldverschreibungen. Diese bergen in sich ein deutlich höheres Verlustrisiko als Inhaberschuldverschreibungen, wie sie auch von Banken und Sparkassen herausgegeben werden.

Bittere Erfahrungen von Kleinanlegern haben nur zu oft gezeigt, dass jahrelanges Sparen in Risikoanlagen mit hohen finanziellen Verlusten - bis hin zum Totalverlust - enden kann. In den letzten Jahren gerieten insbesondere stille und atypische stille Beteiligungen in negative Schlagzeilen. Darauf reagierend bieten Unternehmen des Grauen Kapitalmarktes nunmehr vermehrt Inhaberteilschuldverschreibungen an. Das sind Wertpapiere, die dem Inhaber, also dem Anleger, ein Forderungsrecht verbriefen. Kreditinstitute und große bekannte Industrieunternehmen bedienen sich auch dieses Instrumentes der Geldbeschaffung. Die Gefahr, dass das Geld am Ende der Laufzeit nicht zurückgezahlt wird, ist bei ihnen jedoch im Vergleich zu den zumeist unbekannten Unternehmen des nicht staatlich überwachten Kapitalmarktes gering. Das ist auch der Grund, warum die Unternehmen des Grauen Kapitalmarktes ihre Inhaberteilschuldverschreibungen mit höheren Zinsen ausstatten. Praktisch handelt es sich dabei um einen Risikozuschlag.
Nicht jeder Anbieter auf dem unkontrollierten Kapitalmarkt ist ein schwarzes Schaf, das es von vornherein darauf angelegt hat, den Anleger abzukassieren. Doch anders als bei Banken und Sparkassen kommt es häufiger vor, dass diese Unternehmen nicht auf Dauer am Markt erfolgreich aktiv sind. Die Folge ist die Insolvenz. In diesem Fall geht der Inhaber der Schuldverschreibung regelmäßig leer aus.

Wer außerhalb der Banken- und Sparkassenwelt Geld anlegen will, sollte vor Vertragsunterzeichnung das Angebot von den sächsischen Verbraucherschützern prüfen lassen. Diese kennen zum einen eine Vielzahl schwarzer Schafe und können zum anderen auch bei den seriösen Angeboten auf die Knackpunkte hinweisen. Für die Entscheidung für oder gegen eine Anlage sollte man sich auf jeden Fall genügend Zeit nehmen. Wird man unter Zeitdruck gesetzt, heißt es, besser Abstand nehmen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link23871A.html