Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor unseriösen Jobangeboten der Monumentum GmbH, Großkugel
Der 36-jährige Schlosser, hatte der Anzeige vertraut – „Suche Fahrer für’s Wochenende. Sehr guter Verdienst“. Jetzt steht er mit 3900 Euro in der Kreide und weiß nicht, wie er aus der Sache wieder herauskommen soll.
„Durchaus kein Einzelfall“, sagt Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und in anderen Bundesländern sind solche Fälle bekannt geworden. „Wer bei der Monumentum Marketing GmbH einsteigen will, wird erst einmal monumental abkassiert“, sagt die Verbraucherschützerin. Angeblich sollen vor allem Bildungsseminare an Interessenten verkauft werden, die bei Veräußerung eine gute Provision abwerfen würden. Zuvor jedoch müsse man selbst rund 3900 Euro für ein solches Seminar hinlegen. Schließlich käme mit den in Aussicht gestellten Provisionen der Einsatz ganz schnell wieder herein.
Ein Trugschluss, wie dem jungen Mann ganz schnell klar geworden ist. Denn Bildungsseminare für mehrere tausend Euro lassen sich nicht so einfach verkaufen wie Brötchen. Aus dem erwarteten Zusatzverdienst wurde für ihn so ein Verlust von über 3900 Euro, für die er sogar einen Kredit aufnehmen sollte.
Am liebsten würde der Sechsunddreißigjährige alles wieder rückgängig machen. „Doch das wird nicht so einfach sein“, vermutet Janeczek. Denn der Betroffene hat zwar eine Unterschrift geleistet, aber kein Schriftstück in die Hand bekommen. Außerdem hat man versucht, ihn mit einem Schweigeversprechen unter Druck zu setzen.
Genau vor dieser Masche warnen Sachsens Verbraucherschützer seit Jahren. Gegen die Firmen PPV (Product-Promotion-Vertrieb) und Bifos (Bildungsinstitut für offene Seminare), Leipzig, sind Polizei und Staatsanwaltschaft bereits tätig geworden. Ein Jahr nach Anklageerhebung hat die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Leipzig jetzt das Verfahren gegen 22 Verantwortliche der Firma PPV und der mit ihr verflochtenen Bildungsinstitute eröffnet. Doch das scheint die Initiatoren weder abzuschrecken noch zu bremsen. Mit neuem Namen „Monumentum-Marketing GmbH“, Kabelsketal/Großkugel, leicht geänderten Vertragstexten und dazu noch erhöhtem Seminarentgelt geht der Schwindel weiter.
Deshalb rät die Verbraucherschützerin eindringlich, sich in der Hoffnung auf einen Nebenjob vorab nicht auf die Zahlung von Gebühren einzulassen oder gar Kredite dafür aufzunehmen. Wer sich betrogen fühlt, sollte Anzeige bei der Polizei erstatten.
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