Natürliche Puffersysteme schützen den Körper
Können Fleisch, Milch, Eier und Brot zur „Übersäuerung“ des Körpers führen und dadurch Krankheiten verursachen? In Büchern und Internetforen wird dies immer wieder behauptet. Der Begründer der Trennkost und Heilpraktiker Howard Hay machte diese Lebensmittel für verschiedene Krankheiten wie Rheuma, Gicht oder Darmerkrankungen mitverantwortlich. Zur Vorbeugung vor chronischer Übersäuerung werden regelmäßige Messungen des Säuregrades (pH-Wert) im Urin empfohlen. „Die natürlichen Puffersysteme des Körpers sowie eine ausgewogene Ernährung schützen ausreichend vor Übersäuerung“, widerspricht Uta Viertel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
Im Stoffwechsel entstehen insbesondere nach dem Verzehr von Getreide und eiweißreichen tierischen Lebensmittel Säuren. Der Körper scheidet diesen Säureüberschuss auf verschiedenen Wegen über die Lunge, den Schweiß und die Nieren aus. Daher schaden diese Lebensmittel dem Körper in der Regel nicht. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst enthalten reichlich basisch wirkende Mineralstoffe und Spurenelemente, die die im Stoffwechsel anfallenden Säureanteile neutralisieren. Säuren im Obst wie Zitronen- oder Apfelsäure sind unproblematisch, da sie im Stoffwechsel zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden. Das Kohlendioxid wird beim Ausatmen abgegeben. „Eine regelmäßige Überprüfung des pH-Wertes im Harn ist daher aus medizinischer Sicht nicht notwendig und auch nicht sinnvoll“, so die Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale.
Vor einer Übersäuerung des Körpers durch die Ernährung braucht sich also niemand zu fürchten. Wer folgende Tipps beherzigt, ist auf der sicheren Seite und braucht nicht zu basisch wirkenden Nahrungsergänzungsmitteln in Pulver- oder Tablettenform zu greifen.
Täglich sollten mindestens 1,5 bis 2 Liter getrunken werden. Geeignete Getränke sind z.B. Mineralwasser oder ungesüßte Früchte- und Kräutertees. Dies fördert die Ausscheidung der im Stoffwechsel anfallenden Säureanteile über die Nieren.
Empfehlenswert ist der Verzehr von fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag, das heißt 2 Portionen Obst und 3 Portionen frisches und zubereitetes Gemüse. Diese liefern reichlich basisch wirkende Mineralstoffe und darüber hinaus eine Vielzahl gesundheitsfördernder Pflanzenstoffe.
Mit einem maßvollen Verzehr von ein bis zwei kleineren Mahlzeiten Fleisch pro Woche kann die Säurelast gering gehalten werden.
Regelmäßige körperliche Bewegung unterstützt zusätzlich die Abgabe von Kohlensäure über die Atmung.
Weitere Informationen rund um die gesunde Ernährung gibt die Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale Sachsen montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 01805-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz).
Puffersysteme schützen den Körper
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