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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

14.08.2006
Sojamilch seit Juni teurer – trotzdem eine Alternative für Allergiker

Sachsens Verbraucherschützer informieren über vielseitige Verwendbarkeit der Hülsenfrucht

„Stimmt es, dass die Mehrwertsteuer für Sojamilch seit Juni 2006 16 % beträgt?“, fragte Frau H. aus Zwickau die sächsischen Verbraucherschützer. Sie ärgerte sich darüber, dass Sojamilch teurer geworden ist, die sie als Kuhmilcheiweißallergikerin als Ersatz für die Milch benötigt.

„Es ist zwar schwer nachvollziehbar, aber aufgrund eines Urteils des Bundesfinanzhofes (V R 49/04) ist entschieden worden, dass aus Soja, Reis und Hafer gewonnene Flüssigkeiten nicht der ermäßigten Mehrwertsteuer wie Milch von 7 % unterliegen“, sagt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen. Sie werden nach diesem Urteil wie alle anderen Getränke, Softdrinks, Saft oder alkoholische Getränke, mit 16 % Mehrwertsteuer belegt. „Dass Soja’milch’ für bestimmte Allergiker eine Alternative zur Kuhmilch ist, spielt dabei keine Rolle“, so die sächsische Verbraucherschützerin.

Sojadrinks werden nämlich häufig von Milcheiweißallergikern genutzt. Eine gute Alternative zur Milch sind sie aber nur dann, wenn sie mit Calcium angereichert sind, da der natürliche Calciumgehalt der Soja“milch“ sehr viel niedriger als der der Kuhmilch ist.
Neben Sojadrinks gibt es eine ganze Palette an Sojaprodukten, die von Miso und Tofu bis zu Sojawürstchen und Sojasprossen reicht. Während Tofu nahezu ohne Eigengeschmack ist und daher beliebig zubereitet werden kann, dient die salzige japanische Misopaste zumeist als Suppengrundlage oder Würzung. Sojaerzeugnisse sind reich an hochwertigem Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Deshalb haben sie auch in der europäischen vegetarischen Küche ihren Platz erobert. Wer das erste Mal Bekanntschaft mit Tofu oder Sojagetränken schließt, sollte bedenken, dass Sojabohnen Hülsenfrüchte sind, die den Darm in Aufruhr versetzen können. Bei regelmäßigem Verzehr lassen diese Beschwerden aber deutlich nach. Auch an Gicht Erkrankte sollten im Rahmen einer purinarmen Ernährung berücksichtigen, dass Tofu und aus Soja hergestellte Fleischersatzprodukte als Hülsenfrüchte mittlere Puringehalte aufweisen.

Soja ist reich an pflanzlichen Hormonen, den so genannten „Phytoöstrogenen“. Einer an Phytoöstrogenen reichen Ernährungsweise wird die Milderung der Wechseljahresbeschwerden zugeschrieben. Neben Soja sind auch Vollkornprodukte, Leinsamen, Haferflocken, Bohnen oder Linsen reich an Pflanzenhormonen. Um wirksam zu sein, müssen Phytoöstrogen reiche Lebensmittel regelmäßig innerhalb eines ausgewogenen Essstiles platziert sein. Sojaprodukte lassen sich vielseitig in den Speiseplan einbauen.

Sojakeimlinge, im Volksmund „Sojasprossen“ genannt, sind besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Vor dem Verzehr sollten sie entweder blanchiert oder gedünstet werden, da der Genuss von rohen Hülsenfrüchten aus gesundheitlichen Gründen nicht empfehlenswert ist.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link250932A.html