Firma TSD, Offenburg, will Kunden mit miesem Trick ködern
Die Nachricht im Briefkasten des Torgauers zur Abholung einer Postsendung schien unverfänglich zu sein. Bei der Post sollte er dann erst eine Unterschrift leisten, ehe er die Unterlagen einsehen durfte. Absender war eine TSD telecom service deutschland GmbH & Co. KG aus Offenburg. Nachdem er die Papiere genau gelesen hatte, wurde ihm klar, dass er mit der vermeintlichen Empfangsbestätigung einen Preselection-Vertrag mit der Firma 01019 (freenet) unterzeichnet hatte. Einen solchen Freischaltungsauftrag wollte er jedoch nicht erteilen.
„Ein mieser Trick“, sagt Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen, „der das Postident-Verfahren der Deutschen Post AG, das eigentlich vor Betrug schützen soll, ins Gegenteil verkehrt.“ Postident bietet die Möglichkeit, die Identität einer Person festzustellen, die per Post beispielsweise Verträge, Ausweise oder Bankkarten zugeschickt bekommt. Die Unterschrift wird in der Regel mit der im Personalausweis verglichen. Die Daten werden überprüft und aufgenommen. Viele Postkunden kennen das Verfahren jedoch nicht und glauben, sie würden für die Unterlagen lediglich eine Empfangsbestätigung leisten. Wer nicht aufpasst, unterschreibt unter Umständen so völlig unbeabsichtigt einen Vertrag.
„Deshalb ist es vorteilhaft“, empfiehlt die Verbraucherschützerin, „sich mit der Aufforderung – Bitte hier unterschreiben – Zeit zu lassen und zuvor die Unterlagen genau unter die Lupe zu nehmen. Wer dennoch ungewollt einen Vertrag unterschrieben hat, kann ihn innerhalb von zwei Wochen schriftlich widerrufen.“
Die sächsischen Verbraucherschützer helfen auch in solchen Fällen mit ihrem Rat gern weiter. Einen Beratungstermin gibt es montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr am Zentralen Servicetelefon: 0180-5-797777 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz)
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