Direkt zum Inhalt
  • Seite drucken
  • Seite empfehlen
  • Warenkorb
  • Fragen zum Auftritt?
  • Tipps zur Schriftgrößenänderung

Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

30.08.2006
Produktverkauf beim Arztbesuch

Aktion der Verbraucherzentralen läuft noch bis zum 30.09.2006

„Haben Sie Stress?“ fragte der Arzt Frau P. bei ihrem letzten Arztbesuch. „Dann sollten Sie unbedingt diese Vitamine nehmen. Ich nehme sie auch ein und kann sie nur empfehlen. Meine Arzthelferin wird Ihnen dazu genaueres erzählen“, versucht der Arzt seine Patientin zu überzeugen. Schnell war Frau P. dann 80 Euro los, für Vitamine, besonders wirksam und gekauft in der Praxis ihres Arztes. Dabei wollte sie doch eigentlich einen Rat oder eine Behandlung gegen ihre Rückenschmerzen.
So oder so ähnlich erzählen Patienten ihre Erfahrungen den Verbraucherschützern. Diese haben in ihrer bundesweiten Aktion „Produktverkauf beim Arztbesuch“ betroffene Patienten dazu aufgerufen, ihnen zu berichten, wenn ihnen schon einmal Produkte wie beispielsweise Vitamin- und Mineralstoffpräparate zum Verkauf in der Arztpraxis angeboten wurden. Die Aktion läuft noch bis zum 30.09.2006.

„Wenn Ärzte, aus eigenen finanziellen Interessen ihre Praxis als Vertriebsort für Vitamin-, Mineralstoff- und andere ‚Gesundheits- und Schönheitsprodukte’ nutzen, muss dieser Entwicklung Einhalt geboten werden,“ sagt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Es belastet das Vertrauensverhältnis Arzt/ Patient und ist mit den ethischen Grundsätzen des ärztlichen Berufes nicht vereinbar. Betroffenen steht unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de (kostenlose Downloads – Ernährung) ein Fragebogen zum Herunterladen und Ausfüllen bereit. Auch können Verbraucher ihre Erfahrungen den Verbraucherschützern unter der E-Mail Adresse aktion@vzs.de kurz mitteilen. Diese Schilderungen sollen schließlich anonymisiert den Ärztekammern und Politikern übermittelt werden, um zu verdeutlichen, dass einer solchen Entwicklung entgegen gewirkt werden muss. „Wir wünschen uns, dass betroffene sächsische Patienten in noch größerem Maße als bisher die Gelegenheit nutzen, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen“, hofft die Verbraucherschützerin.

Zwar kann der Arzt beispielsweise einen Mangel an Vitaminen erkennen und Empfehlungen geben, doch der Handel und somit der Verkauf von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten oder anderen Produkten in seiner Arztpraxis ist ihm grundsätzlich nicht gestattet, wenn diese nicht notwendigerweise im Zusammenhang mit einer ärztlichen Therapie stehen. Dieses Verbot dient der ärztlichen Unabhängigkeit und auch dem bisher hohen Ansehen des Arztes in der Bevölkerung. Auch darf das besondere Vertrauen eines Patienten gegenüber seinem Arzt nicht zur Verkaufsförderung von Produkten missbraucht werden.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link252562A.html