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Beratungsstellen

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

01.09.2006
Keine kleinen Fische

Fischlineal der Verbraucherzentralen setzt Zeichen gegen Überfischung der Meere

Das Gleichgewicht in den Ökosystemen der Meere ist aus dem Takt geraten. Heute wird die Mehrzahl der nutzbaren Meeresfischbestände bis an die Grenzen und darüber hinaus befischt. Die Überfischung eines Fischbestandes verändert seine altersmäßige Zusammensetzung. Die Anzahl an Fischen älterer Jahrgänge, das heißt der großen Tiere, nimmt drastisch ab. So sind in der Nordsee nur noch selten größere Exemplare von Scholle, Seezunge oder Kabeljau zu finden. Die Zusammensetzung der Arten verschiebt sich zugunsten kleinerer Tiere und führt wiederum zur Entnahme kleinerer Exemplare (im Rahmen vorgegebener EU-Mindestgrößen). Parallel sinkt die Zahl der geschlechtsreifen alten Fische und der Anteil an Tieren, die das erste Mal ablaichen, steigt. Diese Erstablaichenden erzeugen jedoch deutlich weniger Nachwuchs, und die Bestandsgrößen nehmen weiter ab.
An dieser Problematik setzt das Fischlineal der Verbraucherzentralen an. Auf dem Fischlineal sind die wichtigsten Speisefische aus Ostsee und Nordostatlantik aufgeführt. Es kann abgelesen werden, welche Größe die Fischart bei Geschlechtsreife hat und welche Länge ein Filet daraus haben müsste. Diese Größen liegen deutlich über den zulässigen EU-Mindestgrößen für die Entnahme. „Mit dem Fischlineal erhalten Verbraucher die Möglichkeit, ein Augenmaß für die richtige Größe eines Fisches zu gewinnen und damit ihr Kaufverhalten zu verändern“, meint Dr. Birgit Brendel, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen. Natürlich reicht allein ein Konsumverzicht von „Fischbabys“ nicht aus, den Raubbau an den Fischbeständen zu beenden. Aber Verbraucher können mit ihrem Kaufverhalten ein deutliches Zeichen gegen die Überfischung setzen und damit den Handel zum Umdenken veranlassen.
Neben der Achtsamkeit auf die Größe der Fische sollte Fischen und Fischerzeugnissen aus bestandserhaltender Fischerei der Vorzug gegeben werden. Derartige Produkte tragen das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), das eine schonende Bewirtschaftung der Bestände und der Meeresumwelt garantiert.
Eine Alternative zu Seefisch sind Süßwasserfische aus einheimischer Teichwirtschaft. Aus sächsischer Erzeugung sind nicht nur Karpfen erhältlich, sondern auch Bachsaiblinge, Regenbogenforellen oder Zander. „Süßwasserfische weisen genauso wie Seefische ein sehr günstiges Nährstoffmuster auf und tun sich besonders hinsichtlich der Fettzusammensetzung hervor“, sagt die Verbraucherschützerin. Lediglich der Jodgehalt ist deutlich niedriger als bei Meeresfischen.

Das Fischlineal ist bei den Ernährungsberaterinnen der Verbraucherzentrale Sachsen in den Beratungseinrichtungen in Dresden, Chemnitz, Leipzig, Hoyerswerda und Riesa kostenfrei erhältlich. Weitere Informationen zum Thema Fisch in der Ernährung, zum Angebot einheimischer Süßwasserfische und zu deren Verwendung gibt die Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale Sachsen montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 10 bis 16 Uhr am Ernährungstelefon unter der Rufnummer 0180-5-791352 (0,12 €/Min. aus dem deutschen Festnetz).


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link255232A.html